Chronische Schmerzen: Akupunktur und Musiktherapie helfen

Foto:www.photoxpress.com/anne triling
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Etwa jeder fünfte Mensch mit chronischen Schmerzen setzt auf komplementärmedizinische Verfahren an. 

„Systematische Studien sind in diesem Bereich selten, teilweise liegen nur anekdotische Berichte vor. Diese Methoden der Schmerzbehandlung sollten deshalb im Interesse der Patienten systematisch wissenschaftlich untersucht und evaluiert werden“, forderte Günther Bernatzky von der Universität Salzburg anlässlich der 10. Österreichischen Schmerzwochen. Verfahren mit schmerztherapeutisch belegter Wirkung seien zum Beispiel die Akupunktur und die Musiktherapie.

            „Von der Akupunktur wissen wir aus Studien, dass sie chronische Schmerzen lindern und die Menge von Schmerzmedikamenten verringern kann“, sagt Benatzky. Bei vielen rheumatischen Erkrankungen werde die rheumatische Grunderkrankung mit Methoden der Schulmedizin behandelt und die Akupunktur begleitend zur Schmerztherapie eingesetzt. Erfolgreich wird Akupunktur etwa bei degenerativen Gelenkserkrankungen und Weichteil-Rheumatismus eingesetzt. Bei rheumatischen Erkrankungen könne in 75 Prozent der Fälle eine Besserung erzielt werden.

            Die bei einer Akupunktur-Behandlung gesetzten Impulse bewirken über das Zentralnervensystem eine veränderte Schmerzverarbeitung bzw. Wahrnehmung. Es werden schmerzlindernde Substanzen wie Endorphin freigesetzt, zudem wirke Akupunktur durchblutungsfördernd und muskelentspannend.

            Mit Musiktherapie können bei chronischen Schmerzen ebenfalls gute Erfolge erzielt werden. „Sie beeinflusst nicht nur die Gehirnfunktionen und das Verhalten, sondern reguliert Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Verhalten auf emotionaler, kognitiver und sensomotorischer Ebene“, sagt Bernatzky. (rüm)

 

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