Gesundheit aus dem Fluss

Süßwasserfische haben zum Teil fast so viele gesunde Omega-3-Fettsäuren wie Meeresfische. Fang und Zucht sind allerdings wesentlich ökologischer. Foto:www.OlegTretiakov/Fotolia.com
Süßwasserfische haben zum Teil fast so viele gesunde Omega-3-Fettsäuren wie Meeresfische. Fang und Zucht sind allerdings wesentlich ökologischer. Foto:www.OlegTretiakov/Fotolia.com

Das Interesse an Fisch wächst. Er ist leicht verdaulich und Fischfette haben gesundheitsfördernde Eigenschaften. Der Großteil der konsumierten Fische kommt aber noch immer aus den Weltmeeren. Dabei haben auch Süßwasserfische viel zu bieten.

Von Christian F. Freisleben-Teutscher

Nach aktuellen Analysen der Statistik Österreich werden in Österreich im Durchschnitt 7,5 Kilogramm Fisch pro Jahr verzehrt. Maximal ein Kilo davon sind allerdings Süßwasserfische, sagt die Umweltberatung Österreich. Der Rest kommt aus dem Meer oder an den Küsten angesiedelten Aquakulturen und ist damit in vielen Fällen ökologisch höchst bedenklich. Weltweit zurückgehende Fischbestände zeigen die Konsequenzen von nicht nachhaltiger Fischerei, Naturschutzorganisationen wie Greenpeace aber auch die Welternährungskommission erhoben mahnend den Zeigefinger, und doch kümmerte es die Politik und Fischindustrie bisher wenig. Die empfohlenen Fangquoten wurden meist ignoriert und weit höhere Mengen toleriert, trotz Millionen Tonnen ungezählten Beifangs und ungewissen Verlusten durch illegalen Fischfang.

            Die boomende Aquakultur schürte lange eine Hoffnung auf Besserung. Doch der einstigen Begeisterung hat Ernüchterung Platz gemacht: Die negativen Folgen mariner Aquakulturen sind offensichtlich: Antibiotika, die dem Fischfutter beigemischt werden, landen zum Teil auf den Tellern der Verbraucher und machen zudem Bakterien im Ökosystem rund um die im Meer abgeteilten Käfige resistent. Ein weiteres Problem ist die gewaltige Menge an Exkrementen, die bei der Massenfischhaltung anfällt und die Gewässer verschmutzt.

            „Die Aquakultur von Raubfischen trägt zur Überfischung der Meere bei“, betont Marc Mößmer von der Arge Biofisch, eine Initiative österreichischer Teichwirte, die Fische nach den Richtlinien der Bio-Austria züchten. Denn 10 Kilo Futterfische werden in Form von Fischmehl zu einem Kilo Raubfisch. Aquakultur in „flächengebundenen“ Systemen wie einem Karpfenteich produziere die Nahrung im Gewässer selbst und könne mit Zufütterung von Getreide wertvollen Fisch erzeugen. Noch besser sind Fische aus unregulierten Flüssen, deren Wasserqualität sind in den vergangenen Jahren auch stark verbessert hat.

            Fischfleisch ist ein ausgewogenes Nahrungsmittel. Es enthält besonders leicht verdauliches, hochwertiges Eiweiß, ist kalorienarm und insgesamt leicht verdaulich. Fische sind also ein hervorragender Energielieferant. Das hilft bei Schwächegefühlen, chronischer Müdigkeit, Verdauungsschwäche und zur Burn-Out-Prävention.

            „Fisch ist eine schnelle und einfache Zutat in der Küche“, unterstreicht die Ernährungswissenschafterin und Bestsellerautorin Claudia Nichterl. „Die Empfehlung lautet ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen, es wäre gut, wenn heimischer Fisch häufiger den Weg auf unseren Speiseplan findet“, sagt Nichterl. Denn heimischer Fisch ist in vielerlei Hinsicht eine ökologische Alternative zum Meeresfisch. Immerhin ist Österreichs Fläche zu 1,3 Prozent mit Flüssen und Seen bedeckt und allein die größten 26 Seen weisen jeweils mehr als eine Fläche von einem Quadratkilometer auf. Mößmer weist allerdings darauf hin, „dass es viele Alternativen zu Fisch gibt, die genutzt werden sollten. Würden alle Menschen weltweit die Empfehlungen zum Fischkonsum einhalten, wären einfach nicht genügend Fische da.“

            Fisch ist ein hervorragender Lieferant der wertvollen Omega-3-Fettsäuren, von Vitamin D und Jod. Dies gilt gerade für heimische Fischarten, die zudem meist eine geringere Schadstoffbelastung als Meeresfische haben. Durch die Omega-3-Fettsäuren, die eine Spielart der gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind, treten Symptome wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und Depressionen seltener auf. Sie hemmen Entzündungen und stärken das Immunsystem. Zudem erhöhen sie den Schutz vor Dickdarmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nachgesagt wird den Omega-3-Fettsäuren auch, dass sie sogar die Intelligenz fördern beziehungsweise Demenz vorbeugen.

            Fisch ist zudem cholesterinarm, eiweißreich und enthält alle essentiellen Aminosäuren, die Vitamine A, D, K und den Vitamin-B-Komplex sowie Mineralien wie Kalzium, Kupfer, Jod, Eisen, Zink und Selen. In den sonnenarmen Wintermonaten und bei Menschen, die sich wenig im Freien aufhalten, spielt die Zufuhr von Vitamin D aus der Nahrung eine wichtigere Rolle: Es ist wichtig für den Knochenstoffwechsel und spielt eine wichtige Rolle um das Risiko von Krankheiten wie Diabetes, Rheuma oder auch Krebs zu reduzieren.

            Zander und Hecht haben weniger als 1 Gramm Fett je 100 Gramm. Der Karpfen kommt zwar auf 10 Prozent Fett, aber Fischfette haben ein spezielles Fettsäuremuster, das viele Vorteile mit sich bringt. Sie reduzieren die Wahrscheinlichkeit der Verklumpung der Blutplättchen, verbessern so die Fließeigenschaften des Blutes und senken den Blutdruck. Die Elastizität der Blutgefäße erhöht sich und so sinkt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen sowie für Herzinfarkte. Fischfette wirken zudem entzündungshemmend und können daher ein wichtiger Faktor in der Prophylaxe rheumatischer Erkrankungen sein. Weiters halten Fischfette generell Gehirn, Netzhaut und Gefäße fit.

            Fische werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin dem Element Wasser zugeordnet, unterstützen somit Niere/Blase, aber auch das Verdauungssystem Milz/Magen. Fisch ist leichter verdaulich als Fleisch. Die meisten Fischsorten sind süss, leicht salzig und wirken stärkend auf Milz/Magen bzw. Niere/Blase. Sie helfen, überschüssige Feuchtigkeit auszuscheiden. Auch Fischsuppen sind sehr zu empfehlen.

 


Der Autor: Christian F. Freisleben-Teutscher lebt in Linz und arbeitet als Berater, Referent sowie Journalist mit den Schwerpunkten Bildung, Gesundheit, Soziales und Nachhaltigkeit.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Loyd Timm (Mittwoch, 01 Februar 2017 16:19)


    Hey there I am so grateful I found your blog page, I really found you by accident, while I was browsing on Bing for something else, Anyways I am here now and would just like to say kudos for a fantastic post and a all round thrilling blog (I also love the theme/design), I don't have time to go through it all at the moment but I have book-marked it and also included your RSS feeds, so when I have time I will be back to read much more, Please do keep up the great job.

  • #2

    Wilber Ruhland (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:28)


    Quality posts is the key to interest the visitors to visit the website, that's what this website is providing.