Heilsame Natur

Mariendisteln gelten als Heilmittel zur Stärkung der Leber. Sie sollen nun auch im Burgenland verstärkt angebaut werden. Foto:leiana/Fotolia.com
Mariendisteln gelten als Heilmittel zur Stärkung der Leber. Sie sollen nun auch im Burgenland verstärkt angebaut werden. Foto:leiana/Fotolia.com

Krankheiten mit Heilpflanzen zu behandeln hat jahrhundertelange Tradition. Viele Arzneimittel, die heute synthetisch hergestellt werden, stammen ursprünglich aus der Pflanzenheilkunde. Im Burgenland nähert man sich altem Wissen an und setzt verstärkt auf pflanzliche Produkte.

Von Martin Rümmele

Die klassische Pharmaindustrie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Anleihen in der Pflanzenheilkunde genommen. Waren es zuerst oft traditionelle Heilmethoden in Europa, die Pate standen bei so genannten Innovationen, wurde in den vergangenen Jahren den internationalen Konzernen von Kritikern in diesem Zusammenhang immer öfter Biopiraterie vorgeworfen. Viele der jüngsten Innovationen beruhen heute auf dem Artenreichtum der Schwellen- und Entwicklungsländer, die für die Nutzung allerdings kaum bis keine Entschädigung erhalten haben. So haben beispielsweise 47 Prozent der Krebsarzneien und die Mehrzahl der Antibiotika ihr Vorbild in der Natur.

            Bei der internationalen Artenschutzkonferenz im japanischen Nagoya wurde Anfang November erstmals ein Abkommen gegen Biopiraterie beschlossen. Die Industrie muss demnach Entwicklungsländer am Gewinn beteiligen, wenn sie Produkte aus deren Pflanzen, Tieren oder Mikroben ableitet.


Gezielte Schwerpunktwochen

Einen ganz anderen Weg, der aber in eine ähnliche Richtung weist, gehen künftig die burgenländischen Apotheken in einem Pilotprojekt, das auch vom Landwirtschaftsministerium unterstützt wird. Seit 24. November finden in allen Apotheken des Burgenlandes Schwerpunktwochen zum Thema „Heilendes und Linderndes aus der Natur“ statt. Dabei bieten die Apotheken umfassende Beratungen über pflanzliche Arzneimittel an. Die Initiative beschränkt sich aber nicht nur auf die Beratung in den Apotheken. In Zukunft sollen im Burgenland auch vermehrt Heilpflanzen angebaut werden.

            „Phytopharmka kommen insbesondere bei Befindlichkeitsstörungen wie Erkältungen, Magenproblemen, leichten Herz-, Kreislaufstörungen, nervöser Unruhe oder Einschlafproblemen zum Einsatz. Damit decken sie bereits einen Großteil der häufigsten Beschwerden ab, mit denen Patienten zum Arzt oder in die Apotheke kommen“, sagt Hans Tesar, Präsident der Apothekerkammer im Burgenland. Die Natur habe viel zu bieten, auch für unsere Gesundheit, meint auch Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich (ÖVP). Die Natur biete nicht nur Raum für Erholung, Sport und Freizeit, sondern auch Pflanzen, die eine heilende Wirkung haben, wenn man sie kennt und richtig einsetzt, meint der Minister. „Während es früher selbstverständlich war, Heilkräuter einzusetzen, fehlt heute oft die entsprechende Kenntnis.“

            Derzeit stammen rund zehn Prozent der in Österreich angebauten Heilkräuter aus dem Burgenland. Dies soll sich bald ändern. Das Burgenland verfügt über ein mildes Klima, das für diese hochwertigen Pflanzen sehr gut geeignet ist. Erste Gespräche mit Landwirten und Herstellern laufen bereits – etwa über den Anbau von Mariendisteln.

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