Äpfel mit Birnen verwechseln

Ein Kommentar von Andreas Feiertag

 

Scharlatanerie gibt es zuhauf, man findet sie immer wieder in der Schulmedizin und genauso in der Komplementär- und Alternativmedizin. Doch wenn, wie jüngst geschehen, eine Gruppe von Homöopathiegegnern am 5. Februar in Wien auf die Straße geht, um gegen den von diesen vermuteten Humbug, gegen die vermeintliche Nutzlosigkeit der sanften Medizin zu demonstrieren, sollte man sich das ein wenig genauer ansehen. Besonders deshalb, weil die etwa 20 Aktivisten nicht allein waren: Die österreichische Aktion war Teil eines weltweiten Protestes: In 26 Ländern und 53 Städten sollte auf die „unktische und irreführende Vermarktung der Homöopathie“ aufmerksam gemacht werden...

 

 

Rädelsführer der „Skeptiker - Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)“ war in Wien überraschenderweise kein Mediziner sondern ein Mathematiker: Ulrich Berger. Dieser trat mit seinen Jüngern schließlich den mutmaßlichen Beweis an: Alle schluckten sie eine von ihnen als  „Überdosis“ quantifizierte Menge eines Homöopathikums - und warteten ein paar Minuten. Was passierte? Nichts! Damit war für Aktivisten die Nutzlosigkeit der Therapie bewiesen.

 

Ohne hier näher auf den Wirkmechanismus von Homöopathika einzugehen: Diese Demonstration hat dieselbe Aussagekraft, als würden sich Gegner der Schulmedizin mit einem gebrochenen Bein hinstellen, sich Hunderte von Heftpflastern auf den Fuß picken und dann behaupten, Ärzte könnten niemandem helfen.

 

Bewusst Äpfel mit Birnen verwechseln und dann so tun als ob man damit ein schlagkräftiges Argument vorbringe, ist ebenso abzulehnen wie Scharlatanerie. Es verwundert umso mehr, als dass dies eine von einem Naturwissenschafter angeführte Gruppe unternimmt, die es besser wissen könnte. Das wieder lässt vermuten, dass die Gegner einen seriös geführten öffentlichen Diskurs zum Thema gar nicht wollen und nur auf inhaltslose Medienwirksamkeit und Verunglimpfung abzielen.

 

Denn die Homöopathie würde dabei als Siegerin aussteigen: Zahlreiche seriöse wissenschaftliche Studien haben die Wirkung der Methode - die sich nicht allein auf den Plazeboeffekt stützt - bestätigt. Stellt sich die Frage, was die selbsternannten Skeptiker antreibt.

 

Über die Seriosität von Gegnern und Befürwortern kann sich jeder selbst ein Urteil bilden: www.gwup.org; www.gwup-skeptiker.blogspot.com; www.aekh.at; www.sih.at und www.homoeopathie.at.

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