Löwenzahn: Das Pusteblume-Kraut

Wer die Pusteblume nicht schon unzählige Male seinen Freunden ins Gesicht geblasen hat oder sich die weißen Flausen von genervten Eltern hat entfernen lassen, hat etwas verpasst..

 

Die Liebe von Kindern ist ihm gewiss, dem Löwenzahn. Doch nach und nach wird das Kraut auch von Erwachsenen wiederentdeckt – zu Recht: Kaum ein Kraut ist so vielseitig einsetzbar wie der Löwenzahn. Sowohl die Blätter als auch die Blüten und die Wurzeln finden Verwendung in der Küche. Ein besseres Frühlingsgericht als frisch gestochener Löwenzahnsalat, der aus den Blättern und einem Dressing aus Kern- oder Walnussöl zubereitet wird, ist auch nicht vorstellbar.

 

Löwenzahntee wird aus den Blättern der Pflanze bereitet; er schmeckt bitter-herb und hat eine bräunlich-grüne Farbe. Er ist ein klassischer reinigender Frühlingstee, der auch als Kur getrunken werden kann.

 

Löwenzahn, der auch als europäischer Ginseng bezeichnet wird, gehört zu den anpassungsfähigsten Pflanzen. Das zur Familie der Korbblütler zählende Kraut wächst fast überall, besonders aber auf stickstoffreichen Böden. Seine rosettenförmig angeordneten Blätter werden bis zu 25 Zentimeter, seine Pfahlwurzel bis zu 30 Zentimeter lang. Der im Volksmund als Apothekerkraut oder Augenwurz bezeichnete Löwenzahn blüht von März bis Mai. Was unsereiner als Pusteblume kennt, sind in Wahrheit die reifen Früchte, die er nach der Blütezeit trägt und die alle mit einem fallschirmartigen Anhängsel ausgestattet sind, damit der Wind die Samen möglichst weit trägt. Blütenstängel, Blätter und Wurzeln enthalten einen weißen, klebrigen Milchsaft. Neben Kalzium enthält Löwenzahn auch Magnesium, Eisen, Carotinoide, Saponine und Bitterstoffe. Löwenzahn ist in der Volksmedizin weit verbreitet und wird generell als stärkend angesehen. Seine Wirkung ist entgiftend, schwach abführend, tonisierend und harntreibend. Er wird auch empfohlen, um stärkende, reinigende Kuren durchzuführen. Dazu sollen mindestens zwei Tassen Tee und zwei Esslöffel frischer Löwenzahnsaft pro Tag eingenommen werden. Die Bitterstoffe regen sämtliche Verdauungsorgane an, weshalb Löwenzahn auch bei Rheuma und Gicht angewendet wird. Außerdem wird er bei Frühjahrsmüdigkeit, Husten, Bronchitis, Fieber, Appetitlosigkeit und Verstopfung eingesetzt. Der bittere, scharfe Geschmack des Löwenzahns vermehrt laut Ayurveda Vata und vermindert Pitta und Kapha. Die TCM geht von einer erfrischenden Wirkung des Krauts aus und ordnet sie dem Element Feuer zu.

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