Wann ist ein Mann ein Mann?

Sind Männer weniger gesundheitsbewusst als Frauen? Oder geht man die Sache einfach falsch an? ...

Die Frau ist, statistisch gesehen, gesundheitsbewusster als der Mann. Während die weibliche Bevölkerung die Vorsorge durchaus ernst nimmt, geht ein gestandener Y-Chromosomenträger frühestens eine Woche nach durchlittenem Schlaganfall und herunterhängendem Mundwinkel zum Arzt, um sich einmal kurz anschauen zu lassen.

 

Prävention ist anscheinend unmännlich. Vor allem wenn die Vorsorge als „gesundheitliche Standortbestimmung“ oder „Orientierungshilfe“ umschrieben wird. Denn welcher Mann fragt nach dem Weg? Kein halbwegs testosterongesteuertes Wesen wird, selbst nach zweistündiger Irrfahrt durch eine fremde Stadt, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Mann ist ein Mann ist ein Mann, und ein Mann weiß die Dinge eben. Auch die Dinge, die er nicht weiß.

 

Vielleicht ist die Komplementärmedizin gerade deshalb so frauendominiert. Bei den Homöopathen haben eindeutig die Damen die Nasen vorne. Je brutaler es an die Materie geht, desto eher finden sich auch Männer in den Reihen der „sanften Heiler“: Denn bei der Akupunktur sieht das Verhältnis wieder anders aus. Das Reinstechen befriedigt den maskulinen Jagdtrieb. So geht es auch den männlichen Patienten: Auf den eigenen Körper zu hören ist etwas für Sammler. Nicht für Jäger.

 

Zwar wird zunehmend Werbung für die Vorsorgeuntersuchung gemacht. Allerdings gehen Slogans der Preisklasse „Vorsorge – juhu, ich bin dabei“, „Mein Körper und ich“ oder „Harmonie mit meinem Blutbild“ völlig an dieser Zielgruppe vorbei. Wenn man den „Gender“ schon bemüht, dann sollte man auch wissen, wie Mann tickt. Und da Vorsorgeuntersuchungen ein gewisses Warmduscher-Image besitzen, ist es wichtig, dieses Angebot auch für eiskalte Kerle attraktiv zu gestalten. Wer wirklich Erfolg haben will, muss die Männer dort abholen, wo sie sich befinden: im Auto. Denn während Frauen in kritischen Lebenssituationen die beste Freundin im Schlepptau haben, nimmt der Mann meist sein Fahrzeug zu Hilfe. Und so sollte man Mann und Auto gleichzeitig zur Untersuchung bitten.

 

Die Drive-in-Vorsorge wäre ein gangbarer Weg: Nettes medizinisches Personal punktiert durch das geöffnete Seitenfenster die Armvene; für weitere Körperflüssigkeiten gibt es, für Zigarettenanzünder geeignete, Adapter. Das simultane Blut- und Reifendruckmessen besiegelt die wahre Männerfreundschaft. Neben dem Body-Mass-Index kann auch die Car-Man-Ratio zur Evaluierung des Selbstwertes unter Verwendung der Parameter Hubraum und Körpergröße bestimmt werden. Sind Harnwerte und Abgaswerte unauffällig, so werden die Probanden mit heißer Apfeltasche und Unterbodenwäsche belohnt. Liebe Vorsorgewerber: Ihr müsst noch viel lernen über Männer und deren Gestell!

 

 

Mehr Lacher unter www.peter-teutscher.at

Tipp: Ronny Tekal-Teutscher und Norbert Peter sind derzeit wieder mit ihrem Kabarettprogramm  „Nachtdienst“ in Österreich auf Tournee.

 

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