Schneller gesund mit schnellerer Medizin?

Die Komplementärmediziner und Komplementärmedizinerinnen nehmen sich immer sehr viel Zeit für ihre Patientinnen und Patienten. Das muss schneller gehen! Und auch andere Dinge in der Medizin kann man billiger machen.

Als wertvolles Mitglied der medizinischen Gemeinde möchte ich natürlich auch aktiv mithelfen, Geld zu sparen. Ein erster Schritt wäre es, in der Ordination auf so redundante Gesprächsfloskeln, wie „Grüß Gott“, „Auf Wiedersehen“ und „Was fehlt Ihnen“ zu verzichten. So kann die ppm-Rate (Patient per Minute) bei gleichem Stundenlohn deutlich erhöht werden.

 

Doch mit Einsparungen bei den Gesprächen ist es nicht getan. Die wirklich großen Finanzbrocken finden sich in den Krankenanstalten. Wer mit offenen Augen durch ein Spital geht, der sieht Einsparungspotential an allen Ecken. Ist es wirklich nötig, dass in einem Operationssaal vier Ärzte und ein Haufen Schwestern um einen einzelnen Patienten herumstehen? Hier stimmt die Relation nicht! Kein Bäcker könnte es sich erlauben, den handgemachten Osterstriezel von sieben geschulten Mitarbeitern gleichzeitig anfertigen zu lassen. (Einer knetet, zwei assistieren ihm dabei und einer schiebt das Gebäck in den Ofen) Einen Menschen mit grippalem Infekt stationär zu behandeln kostet in etwa so viel wie ein schöner Karibikurlaub. Vor die Wahl gestellt würde sich der mündige Patient für die Fernreise entscheiden - und voraussichtlich auch rascher gesunden.

 

Es gilt also nun, die möglichen finanziellen Problemzonen in den Krankenhäusern radikal zu straffen. Und gerade in der viel kritisierten Massenabfertigung liegt die Chance auf ein leistbares Medizinsystem: Die Anfertigung von Blutdruckmanschetten für drei Oberarme beschleunigt die Routinearbeit enorm. Statt jedem einzelnen Patienten Blut abzuzapfen, verwendet der sparsame Arzt ein Röhrchen für ein ganzes Zimmer. Man ermittelt den Mittelwert und behandelt alle mit ein und derselben Dosis eines Medikaments.

 

Auch ist nicht einzusehen, aus welchem Grund man Menschen nur nacheinander in eine Röntgen-CT-Röhre schiebt. Dem Computer ist es wurst, wie viele Organe er gleichzeitig analysiert. Man erspart sich Zeit und Geld und den Patienten wird der Sparsamkeitswille der Klinik bewusst.

 

Einfallsreichtum ist gefragt. Und die Krankenkassen belohnen jede findige Idee mit einem Aufenthalt in einem Wellnesshotel, im Sechsbettzimmer.

 

 

Mehr Lacher unter www.peter-teutscher.at

Tipp: Ronny Tekal-Teutscher und Norbert Peter sind derzeit wieder mit ihrem Kabarettprogramm „Nachtdienst“ in Österreich auf Tournee.

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