Ein blumiger Vertreter der Kohlfamilie

 

 

Blumenkohl oder Karfiol ist eines jener Gemüse, die beim Übertritt der Grenze zwischen Österreich und Deutschland für Sprachverwirrung sorgen. In Österreich wird er meist als Karfiol bezeichnet. Und hat es in sich.

Von Axel Dinse

 

Die Liste der Namen des Karfiols ist sehr umfangreich: Käsekohl, Italienischer Kohl, Blütenkohl, Traubenkohl und Brüsseler Kohl werden neben Blumenkohl als Bezeichnungen im deutschsprachigen Raum am häufigsten verwendet. Blumenkohl deshalb, weil man wie beim verwandten Brokkoli die zu einem Kopf zusammenstehenden Blütenknospen isst.

 

Botanisch gehört der Karfiol zur Familie der Kreuzblütler und stammt von der in Kleinasien beheimateten Urform „Brassica oleracea“ ab . Botaniker vermuten erste Spuren des Blumenkohls bereits im 6. Jahrhundert, seit dem 16. Jahrhundert  dürfte er auch in Nordeuropa bekannt sein. Heute zählt der Karfiol in ganz Europa zu den beliebtesten Kohlsorten. Die helle beziehungsweise fast weiße Färbung erhält der Blumenkohl oder Karfiol durch seine Hüllblätter, welche sich über die Blüte neigen und somit das Sonnenlicht fernhalten. Dieser Vorgang wird auch als Bleichen bezeichnet. Das Vorkommen der Blätter ist übrigens ein wichtiges Qualitätskriterium beim Einkauf. Ein Karfiol ohne Grün zählt tendenziell zur alten Ware. Ebenso lassen dunkle Stellen und ein intensiver schwefeliger Geruch auf schlechte Qualität schließen.

 

Karfiol eignet sich nicht zum Lagern. Er hält sich am besten, wenn er ungewaschen als ganzer Kopf im Gemüsefach des Kühlschranks oder lichtgeschützt im kühlen Keller aufbewahrt wird. Die grünen Blätter sollten zuvor entfernt werden, weil sie dem Gemüse Feuchtigkeit entziehen. Bei zu langer Lagerung beginnt Karfiol zu riechen. Und: Wie jede Kohlsorte ist er ein ethylenempfindliches Gemüse, deshalb sollte er nicht gemeinsam mit Früchten gelagert werden, die viel Ethylen (Reifegas) absondern, wie Äpfel, Pfirsiche oder Zwetschken. Blumenkohl kann roh oder gekocht gegessen werden. Im rohen Zustand jedoch sind Verdaulichkeit und Aufnahmefähigkeit der Inhaltsstoffe deutlich herabgesetzt. Durch Zugabe von etwas Milch oder Zitronensaft ins Salzwasser bleibt er weiß – Zitronensaft mindert auch den Kohlgeruch. Vor der Verarbeitung sollte man den Kohl gut waschen. Zum Garen lässt man die Blume ganz oder man zerteilt sie in Röschen. Wird er im Ganzen zubereitet, sollte der Strunk kreuzweise eingeschnitten werden, damit er gleichzeitig mit den Röschen weich wird.

 

Blumenkohl ist äußerst gesund und dient der Stärkung des Immunsystems. Der Karfiol ist dabei von seinem dunkler gestalteten Verwandten Brokkoli in Sachen Bekanntheit stets übertroffen worden, aber der Karfiol weiß durchaus zu überzeugen und stand zu Unrecht in der zweiten Reihe. Denn schon drei Stück dieses Gemüses reichen aus, um zwei Drittel des täglichen Vitamin-C-Bedarfs abzudecken. Zusätzlich liefert der Karfiol einiges an Folsäure. Diese ist unter anderem für den Blutaufbau und die Gewebebildung nötig, wovon sich die starke Wirkung gegen Krebszellen ableiten lässt. Womit das Gemüse wie viele andere auch beim Thema Vorbeugung gegen Krebs angelangt ist: Der Blumenkohl gehört zur Familie der Kreuzblütler und alle dieser Familie zugerechneten Gemüsesorten enthalten zwei wichtige Wirkstoffe: Sulforaphan und Indol3-Karbinol. Es handelt sich bei den beiden Verbindungen um so genannte Glykosinolate – zwei sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe mit antikanzerogenen, also gegen die Krebsentstehung gerichteten, Eigenschaften.

 

Schließlich sind an im Karfiol vorkommenden Mineralstoffen vor allem Phosphor und Kalium zu nennen. Immerhin decken 200 Gramm Karfiol – das entspricht etwa einer Portion – 50 Prozent des täglichen Kaliumbedarfs.

 

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