Ganzheitlich durch den Sommer

Der Sommer kann kommen. Gegen Sonne, Hitze und Insekten sollte man jedenfalls vorbeugen. Und auch gegen „Tropenkrankheiten“, wenn ein Auslandsurlaub geplant ist. Foto:Stefan Körber/Photoxpress.com
Der Sommer kann kommen. Gegen Sonne, Hitze und Insekten sollte man jedenfalls vorbeugen. Und auch gegen „Tropenkrankheiten“, wenn ein Auslandsurlaub geplant ist. Foto:Stefan Körber/Photoxpress.com

 

Gesund durch den Sommer möchten alle. Doch die heiße Jahreszeit stellt uns vor etliche Herausforderungen. Zu viel UV-Licht fördert Hautkrebs und so manches Grillfest wird von Mücken gestört. Auch der Urlaub birgt Risken.

 

Wer an Sommerurlaub denkt, wird sich dabei wohl oft auf möglichst viele ungestörte Stunden in der Sonne freuen. Zurecht, denn so wird die Bildung von Vitamin D angeregt, das unser Immunsystem stärkt und die Bildung von Endorphinen, den „Glückshormone“ fördert. Unser größtes Organ, die Haut, reagiert aber immer wieder empfindlich, vor allem wenn sich die Dauer und Intensität der Sonneneinstrahlung plötzlich verändert. Vor allem zwischen 11 und 15 Uhr sollte die direkte Sonne gemieden werden, weil in dieser Zeit die UV-Einstrahlung am stärksten ist. „Die Haut vergisst nie“, betonte kürzlich Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe. Ein Sonnenbrand ist also keine Lappalie, sondern kann schwerwiegende Konsequenzen haben: Über 1.100 Menschen erkranken in Österreich jährlich an einem bösartigen Melanom, auch andere Hautkrebsformen sind durch Sonnenbrand wahrscheinlicher.

 

Wichtig ist neben der bewussten Gestaltung der Sonnenzeiten der Sonnenschutz. Nahtlose Bräune zu erreichen klingt für manche erstrebenswert, gleichzeitig ist ein Hut ein effektiver Schutz bzw. T-Shirts, die die Schultern bedecken. Zusätzlich wichtig sind Sonnencremes: Die EU empfiehlt zwei Milligramm pro Quadratzentimeter. Das sind etwa sechs Teelöffel: einer für das Gesicht, einer für die Arme, einer für den Oberkörper, einer für den Rücken sowie je einer für jedes Bein. Wichtig ist auf besonders heikle Stellen nicht zu vergessen wie die Nasen, Lippen, Ohren, Wangen oder auch Kniekehlen.

 

Bei der Wahl der Sonnencreme ist es wichtig, auf den eigenen Hauttyp zu achten und den entsprechend hohen Lichtschutzfaktor zu wählen. In vielen konventionellen Sonnencremes finden sich Nanoteilchen, die Wirkung dieser mikroskopisch kleinen Elemente auf unsere Gesundheit ist nach wie vor sehr umstritten. Sonnenschutzmittel aus der Naturkosmetik setzen auf einen rein mineralischen UV-Schutz.

 

Kühlende Nahrungsmittel

Hausmittel nach einem Sonnenbrand sind die betroffenen Stellen mit Naturjoghurt zu bestreichen, oder auch Topfenauflagen und Buttermilch. Weiters helfen können Kompressen, die mit schwarzem Tee getränkt sind. Manche schwören auch auf frisch gepressten Zitronen- oder Limettensaft. Eingesetzt werden können weiters Gels oder Cremen mit Aloe vera. After Sun-Cremen gibt es ebenso von vielen Naturkosmetikherstellern. Grundsätzlich wichtig ist gerade rund um intensive Sonnennutzung, ausreichend zu trinken.

 

Mit der asiatischen Ernährungslehre lässt sich zudem erfolgreich gegen Hitzebeschwerden ankämpfen. Kühlende Lebensmittel stärken das geschwächte Yin. Sommer und Hitze bedeuten in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), dass die Yang-Energie am stärksten ist. Stoffwechsel und Kreislauf sind dann am meisten belastet. Regnet es im Sommer häufig, dringt leicht schädliche Feuchtigkeit in den Menschen ein.  Hitze und Feuchtigkeit begünstigen unangenehme Symptome wie übermäßiges Schwitzen, innere Unruhe, dunklen Urin, Schlaflosigkeit, trockene Augen, Lippen und Mund, Halsschmerzen, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und sogar Darmgrippe.

 

Kühlende Lebensmittel sind etwa Wassermelonen, Birnen, Zwetschken, Bananen, Erdbeeren, Spargel, Gurken, Karotten, Spinat, Rettich, Radieschen, Mais, Morcheln, Tofu, Grüner Tee sowie Hühnerfleisch. Nicht zu empfehlen sind laut TCM-Experten hingegen gegrillte, geräucherte, gebackene und scharfe Speisen sowie Süßes. Beispiele für hitzige Lebensmittel und Gewürze sind etwa Ingwer, Knoblauch, Curry, Basilikum, Koriander, Pfeffer, Kümmel, Bärlauch, Lamm- und Rindfleisch, Mandarinen, Zwiebeln, Litschis, Garnelen und Granatäpfel. In Eiscreme, kalten Getränken und Klimaanlagen sieht die TCM hingegen die Gefahr schädlicher Kälteeinflüsse auf einen nicht in der Balance befindlichen Körper. Man verschaffe sich so nur kurzfristig Kühlung, reduziere aber nicht die Hitze im Körper.

 

Ätherische Öle gegen Insekten

Damit die Insekten einem nicht den Genuss im Freien verderben, hilft neben adäquater Bekleidung auch ein Insektenschutz. Die sanfteste Abwehrmethode sind ätherische Öle (Lavendel, Melisse, Zeder, Pfefferminze, Zitrone, Eukalyptus, Anis, Nelken, Cajeput). Die Wirkungsdauer ist individuell unterschiedlich und reduziert sich durch Baden oder Schwitzen. Da ätherische Öle die Haut reizen können, ist die richtige Anwendung von großer Bedeutung. Daher sollte man ätherische Öle mit natürlichen Körperölen oder -lotionen etwa im Verhältnis 1:4 mischen. Säuglinge und Kleinkinder sollte man wegen deren empfindlicher Haut nicht mit ätherischen Ölen einreiben. Als Schutz genügen einige Tropfen auf Bettwäsche und Kleidung. Einige Tropfen ätherisches Öl auf eine Glühbirne aufgetragen halten lästige Insekten ebenfalls fern. Und weiters kann man mit Essig, Zitronen oder Lavendelessenz gefüllte Gefäße aufstellen. Nicht nur in Tropen hilfreich sind zudem Moskitonetze. Für Technikbegeisterte gibt es neue Lösungen, wie etwa jene der Telekom, die einen speziellen Anti-Gelsen-App für Smartphones anbietet (http://www.telekom-presse.at/App_macht_Schluss_mit_Gelsenplage.id.13264.htm)

 

Was im Inland gilt, gilt freilich auch im Ausland, doch hier sind noch ein paar andere Dinge zu beachten. Rund zehn Millionen Europäer bereisen jährlich ein Land der Tropen oder Subtropen. Ungefähr jeder dritte Fernreisende ist zumindest für einige Tage krank. Und bis zur Hälfte aller Fernreisenden erleidet Durchfall. Damit stellt die Diarrhöe, durch verdorbene Lebensmittel oder bakteriell infiziertes Trinkwasser übertragen, die häufigste Reisekrankheit dar. Sie dauert ohne Behandlung meist vier Tage. Einzige Prophylaxe: Bei der Ernährung auf Leitungswasser und alles, was damit in Kontakt kommt, verzichten oder abkochen.

 

Doch auch ohne Keime kann auf Reisen eine normal gute Verdauung leicht aus dem Lot geraten. Ursache sind Klimawechsel, ungewohnte Ernährung oder Stress durch lange Autofahrten. Helfen können hier auch Probiotika – also lebende Bakterien, die in hoher Anzahl dem menschlichen Organismus zugeführt werden. Sie sind in einer intakten Darmschleimhaut normal vorhanden und können zusätzlich gestärkt werden. (fei/iks/cft)

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Kommentare: 1
  • #1

    melanie (Mittwoch, 23 April 2014 20:31)

    Danke für die Tipps! Nur die Hilfmittel bei Sonnenbrand sind leider nicht für Veganer geeignet: in diesem Fall ist Kokosöl oder Olivenöl genial! :)