Kleinblütiges Weidenröschen, ein blumiger Blitzableiter

Die Geschichte des Weidenröschens steckt voller Zauber und Mysterien: Während sich die Schamanen Heilkräfte vom Rauchen der Blätter versprachen, wurde das Weidenröschen in Europa lange Zeit dazu benutzt, die Kraft von Blitzen abzuleiten.

Die Bedeutung der Röschen ist heute wesentlich geringer, wenn sie auch nach und nach wieder entdeckt wird. Das Kraut – Blätter, Blüten und Stängel – wird heute fast ausschließlich zum Teeaufguss verwendet. Steht einem der Sinn nach einem regionalen Frühlingsessen, kann aus den jungen Trieben ein köstlicher Salat, dessen Geschmack ähnlich dem Vogerlsalat ist, oder Spinat bereitet werden. Beides schmeckt ausgesprochen fein und ist wert, probiert zu werden.

 

Weidenröschentee schmeckt blumig und leicht bitter. Für die Zubereitung werden ganze Ruten geschnitten. Ein Teelöffel davon wird mit 200 Milliliter Wasser übergossen, nach zehn bis fünfzehn Minuten ist der hellgelbe Tee fertig.

 

Das kleinblütige, bis 80 Zentimeter hohe Weidenröschen ist ein Nachtkerzengewächs und in den gemäßigten Zonen Europas und Nordamerikas heimisch. Die Pflanze wächst an vielen verschiedenen Orten, in Gärten, an Bachufern, in Auwäldern oder in Hecken. Der Stängel ist flaumig - behaart, die Blätter sind leicht gezahnt. Ab dem Monat Juli kommen kleine, hellrosa Blüten aus der Spitze des Stängels hervor. Für die Wirkung des Weidenröschens sind vor allem Flavone und Tannine verantwortlich. Sonnentor verdankt den Kräutervorträgen von Maria Treben und ihren Lobliedern auf das Weidenröschen die ersten Wildsammlungen  von den Bauernfamilien Kainz, Zach und Bauer. Diesen folgten bald die ersten Anbauversuche.

 

Aus volksmedizinischen Überlieferungen ist die Wirkung des Weidenröschens auf die Prostata bekannt, wofür es vor allem in Österreich und Deutschland seit jeher eingesetzt wird. Mit Weidenröschentee werden Prostatavergrößerungen und – entzündungen behandelt. Außerdem soll das Röschen auch wirksam bei der Behandlung von Blasenleiden sein. In diesem Sinne empfehlenswert sind auch Teemischungen aus Weidenröschen und Brennnessel, die sich durch ihre harntreibende Wirkung beide positiv auf Blasenentzündungen auswirken.

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Kommentare: 2
  • #1

    Erwin Otto STEUDLER (Freitag, 27 April 2012 16:26)

    Schönen guten Tag,

    Seit einiger Zeit wohnen meine Frau und ich im südlichen Frankreich, Wir sind sozusagen "Pensionierte"
    Weil wir uns für Heilpflanzen interessieren möchten wir Gleichgesinnte kennenlernen und Leute die sich etwas auskennen mit Heilkräutern... und deren Anwendungen. Vielen, vielen Dank für Ihre Antworten. es.

  • #2

    Sandra Vielmetti (Dienstag, 17 Juli 2012 14:40)

    Ich setze das kleinblütige Weidenröschen in meinen Venus-Tropfen als Urtinktur ein. Noch weitere 14 ausgewählte Frauenkräuter runden diese Essenzmischung ab. Für mehr Lebenslust und mit Sicherheit gegen Schwermut und graues Wetter. Viel Spaß beim Stöbern auf www.kraeuterundgeist.at