Entscheidend ist der Ort der Entkopplung

Michael Kundi, Leiter des Zentrums für Umwelthygiene der Universität Wien, über das Gefährdungspotential von Funktechnikanwendungen.

lebensweise: Wo liegt der Unterschied zwischen Handy und Wireless Lan betreffend Gesundheitsrisiko?

Michael Kundi: Schwierig, da es für Handys inzwischen zahlreiche Untersuchungen zu den gesundheitlichen und biologischen Auswirkungen gibt, während WLAN so gut wie nicht untersucht ist. Hauptunterschied zwischen WLAN und Mobiltelefonen ist der Ort der Einkopplung der Mikrowellen. WLAN-Antennen befinden sich meist in einem Abstand vom Nutzer, der zu einer Fernfeldexposition führt, während Handys eine Exposition im Nahfeld verursachen. Weiterer Unterschied ist die Intensität. Mobiltelefone haben eine maximale Leistung von 2 Watt (GSM) oder 250 Milliwatt (UMTS), WLAN-Geräte sind mit 100 Milliwatt limitiert. Wir nehmen daher an: Wenn von Mikrowellen ein Gesundheitsrisiko ausgeht, ist dieses bei Mobiltelefonen höher.

 

lebensweise: Ihr Risiko-Ranking für Mobiltelefonie, WLAN, Schnurlostelefonie und Handy-Masten?

Kundi: Wegen der qualitativ und quantiativ unterschiedlichen Art der Exposition ist so ein Vergleich schwierig. Ich würde Mobil- und Schnurlostelefone als eine Kategorie behandeln, wobei ich keinen wesentlichen Unterschied im Gefährdungspotential sehe. Handymasten sind wegen der möglichen Rund-um-die-Uhr-Exposition vielleicht mit stärkeren Auswirkungen verbunden als WLAN. In Haushalten nahe von Basisstationen, die WLAN haben, sind die Expositionen in etwa gleich. Wenn WLAN dauernd einwirkt, würde man ähnliche Effekte wie von Basisstationen erwarten. Die Faktenlage zu Wirkungen von Basisstationen ist aber noch sehr bescheiden.

 

lebensweise: Was sind die wichtigsten Maßnahmen um sich vor Handy-Strahlung zu schützen?

Kundi: Benutzung einer Freisprecheinrichtung.

 

 

 

Wege zur Entstörung

 

Ständig erreichbar, spazieren wir mit dem Handy am Ohr durchs Leben – und durch die elektromagnetische Wolke. Um deren negative Auswirkungen zu neutralisieren, gibt es Aufkleber. Und weitere Tipps.


E-Smog-Aufkleber zum Beispiel: der „EM Clean-Chip“, der Handy, Computer, Fernseher und anderes „entstört“, indem er Resonanzwellen, die negativen Einfluss auf den Körper haben, neutralisiert. „EM steht für Effektive Mikroorganismen. In Kombination mit einer speziellen Keramiktechnologie werden Schadstoffe und elektromagnetische Strahlungen ausgeglichen“, erklärt Lukas Hader vom Hersteller Multikraft aus Wels. Dem Vorgänger, „Cellular Seal E-Smog“ bescheinigte sogar eine Studie des International Institute for Research on Electromagnetic Compatibility die magnetfeldausgleichende Wirkung bei Mobiltelefonen und Computern.


Auch die „Energy Bean“ soll elektromagnetische Strahlungen neutralisieren. Im Inneren des bohnenförmigen Aufklebers befindet sich eine Folie mit einem Informationscode, der sich wie ein Schutzfilm über die Empfangsantennen unserer Zellen legt. Die Wirkung ist unter anderem mit biokybernetischen Testmethoden nachweisbar. Entwickler Walter Lintner, Komplementärmediziner in Dornbirn, betont jedoch, dass es kein Wundermittel sei, das Krankheiten verhindern oder gar heilen könne: „Die Energy Bean kann das physikalische Umfeld des Menschen derart verändern, dass Wohlbefinden eintritt, Krankheiten schneller ausheilen und mitunter die Krankheitsanfälligkeit verringert wird.“


Es gibt sogar Aufkleber zum Selbermachen: Man male eine gegen den Uhrzeigersinn gerichtete Spirale auf ein weißes Blatt, klebe es auf einen Karton, diesen aufs Handy. Laut Dirk Markendorf, der die Anleitung dazu liefert, funktioniere ein Symbol, mit dem man selbst Schutz verbinde, subjektiv besser.

 

Ob gekauft oder gebastelt: „E-Smog-Sticker werden wohl sowieso nur von Menschen verwendet, die davon überzeugt sind", bringt es Hader auf den Punkt. Abgesehen davon ist der „SAR-Wert" wichtig: Je kleiner die Spezifische Absorptionsrate - alles unter 0,6 ist zu empfehlen-, desto geringer wird das Gewebe durch die Strahlung erwärmt. Mehr dazu im Internet unter www.handwerte.de (cm)

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