Ringelblume - kraftvolle Blümchen

Wunderschön sehen sie aus, die gelb-orangen Blümchen. Dennoch entzweien sie die Geister. Der Geschmack des Blümchen-Tees ist nicht jedermanns Sache. Wer sich zu den Blümchen-Tee-Verweigerern zählt, kann Ringelblumen jedoch anderweitig verwenden und zum Beispiel darin baden, eine sehr wirksame Salbe daraus machen oder sich ein Blümchen – Mundwasser zubereiten.

Werden die orangen Ringelblumen mit kochendem Wasser aufgegossen, ergeben sie einen aromatischen aber leicht bitteren Tee. Wer den Geschmack des gelblichen Tees mag, kann die Blumen auch mit einer Vielzahl von anderen Kräutern wie Apfelminze oder Zitronenmelisse mischen und so den Frühstückskräutertee auch farblich aufwerten.

 

Die zur Familie der Korbblütler gehörende Ringelblume kommt wild so gut wie nicht vor. Die oft auch als Butterblume, Goldblume oder Regenblume bezeichnete Pflanze wird bis zu 50 cm hoch und blüht von Juni bis Oktober in einem leuchtenden gelb-orange Farbton. Um sich am Tierfell festzuhaken und sich so zu verbreiten, entwickelt die Ringelblume aus den Blüten kleine Krallen. Ihr deutscher Name stammt wahrscheinlich von ihren teilweise geringelten Früchten. Wer dem Wetterfrosch nicht glaubt, der beobachte seine Ringelblumen im Garten. Nach volkstümlichen Überlieferungen ist die Wahrscheinlichkeit für Regen hoch, wenn sie nach sieben Uhr früh noch geschlossen sind. Die kostbaren Blütenköpfe können ausschließlich händisch geerntet werden.

 

In der Volksmedizin kennt man vor allem die wundheilenden Kräfte der Pflanze, die sowohl äußerlich als auch innerlich wirken sollen. Deshalb werden Ringelblumen vor allem als Wirkstoff in Salben, Ölen und Tinkturen verwendet, die wiederum bei Entzündungen, Schwangerschaftsstreifen oder Venenproblemen eingesetzt werden. Als Tee wirkt die Ringelblume  Magen - und Darmentzündungen, Verstopfung oder Menstruationsbeschwerden entgegen. Die gelb-orange Blumen sollen auch gegen Warzen und Hühneraugen helfen, denen sie in Form eines Breis aufgelegt werden sollen. Außerdem unterstützt die Ringelblume das Lymphsystem und wird bei Schwellung der Lymphdrüsen angewendet. Bereits im 12. Jahrhundert zählte Hildegard von Bingen die Ringelblume zu den heilsamen und anbauwürdigen Gartenpflanzen. „Die Ringelblume ist kalt und feucht und hat starke Grünkraft in sich und sie ist gut gegen Gift.“ Die TCM ordnet den Ringelblumen die Organe Gebärmutter, Herz und Leber zu, sie sollen das Herz-Yin nähren und feuchte Hitze trocknen. Auch in der TCM werden die Blumen bei Drüsenschwellungen empfohlen. Laut Ayurveda gleichen die Ringelblumen alle drei Doshas aus, ihre energetische Wirkung ist kühlend, die Grundeigenschaften schwer und ölig.

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