Johanniskraut - für kalte Wintertage

Am x-ten grauen Wintertag ohne Sonneneinstrahlung kommt unweigerlich ein Gefühl der Antriebslosigkeit, Trübsinnigkeit und Müdigkeit auf. Wer kennt das nicht? Johanniskrauttee wirkt dagegen wahre Wunder und hilft, den inneren Frohsinn wiederzufinden. Mit dem Kraut kann auch ein Öl für Kuren zum Einnehmen zubereitet werden. Bademäuse können sich auch ein wohltuendes Bad mit Johanniskraut bereiten: Das Kraut einfach über Nacht in einem Kübel kaltem Wasser einweichen, das Wasser am Morgen zum Kochen bringen, ins Badewasser gießen, sich hineinlegen und die Augen schließen.

Der bräunlich-grüne Johanniskraut-Tee hat einen erdiggrasigen Geschmack. Wegen seiner beruhigenden Wirkung genießt man eine Tasse davon am besten abends vor dem Schlafengehen. Das im Volksmund als Blutheu oder Hartkraut bezeichnete Johanniskraut zählt zur Familie der Harheugewächse, der Hypericaceae. Es ist in Europa, Nordafrika und Nordasien heimisch und öffnet seine gelben Blüten um die Sommersonnenwende. Johanniskraut wird 25 bsi 90 Zentimeter hoch und wächst gerne an lichten Waldstellen. Wenn man die Blätter gegen das Licht hält, sind weiße Punkte zu erkennen, die nichts anderes als Sekretbehälter mit ätherischen Ölen und Harzen sind. Werden die gelben Blüten zwischen den Fingern zerrieben, werden sie rot, was auf die Hypericin-Drüsen der Blütenblätter zurückzuführen ist. Hypericin ist auch der wichtigste Wirkstoff von Johanniskraut. Das Kraut macht die Haut lichtempfindlich, weshalb Johanniskraut vor dem Sonnenbad nicht eingenommen werden soll.

 

Neben Tee ist auch eine Tinktur aus Johanniskraut sehr wirkungsvoll: Dazu wird das Kraut für 14 Tage in 35- bis 40-prozentigem Alkohol eingelegt und danach durch eine Weinpresse gepresst. Durch den Wirkstoff Hypericin ist Johanniskraut ein pflanzliches Antidepressivum, das bei nervlichen Belastungen eine beruhigende Wirkung ausübt. Johanniskraut wirkt bei depressiven Verstimmungen, Angstzuständen, Stress, Unruhezuständen und Erschöpfung.

 

Auch Beschwerden des Klimakteriums können mithilfe des Krautes gelindert werden. Ebenso beliebt ist ein selbstgemachtes Johanniskraut-Öl. Es wird gerne bei Blutergüssen, Verstauchungen oder nach einem Sonnenbrand eingesetzt. Die in der TCM zugeordneten Organe sind das Herz, die Leber und die Niere. Wie in der europäischen Medizin ist Johanniskraut auch bei den Chinesen ein Nervenberuhigungs- und stimmungsaufhellendes Mittel. Die ayurvedische Grundeigenschaft des Krautes ist schwer, seine energetische Wirkung erhitzend. Es verringert Vate und Pitta, während es Kapha vermehrt.

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