Hafer, oder: wie aus Müsli Tee wird

Haferschleim, Flocken und Müsli sind die ersten Assoziationen, die Hafer hervorruft. Der mitunter köstliche Geschmack dieser Morgenmahlzeiten soll hier auch keinesfalls infrage gestellt werden. Hinsichtlich einer Erweiterung des Geschmackshorizonts soll jedoch auf den feinen, milden, äußerst wirkungsvollen Hafertee hingewiesen werden, der unbedingt probiert werden sollte. Der nicht zuletzt auch reinigende und entgiftende Wirkung hat.

Der milde, leicht süßlich-grasige Geschmack des Hafers passt gut in den Frühling und zu manchen würzigen Speisen. Der zitronengelbe Tee schmeckt auch Kindern und ist ein guter Frühstückstee.

 

Der im Volksmund auch als „Habern“ bezeichnete Hafer zählt zu den Süßgräsern (Gramineae) und wird bis zu einem Meter hoch. An seinem geraden, hohen Stängel hängen die stärkehaltigen Körner in Rispen. Für grünen Hafer werden die normalerweise im Spätsommer reifen Haferpflanzen schon etwas früher geerntet und zur Herstellung von Tee verwendet. Abseits davon wird die aus Nordeuropa stammende Pflanze ausschließlich als Getreide in gemäßigten Klimazonen weltweit kultiviert. Auch auf den Böden des niederösterreichischen Waldviertels fühlt sich der Hafer wohl und gedeiht gut. Neben der Stärke enthält Hafer Alkaloide, Saponine, Flavonoide, Vitamin B und Kalzium.

 

Grüner Hafertee wird in der Volksmedizin als verdauungsförderndes, reinigendes Mittel eingesetzt und für entgiftende Fastenkuren empfohlen. Nieren- und Blasenleiden sowie Lebererkrankungen werden mit dem Tee behandelt. Außerdem soll er helfen, die Knochen zu stärken, da er viele Mineralstoffe und Kieselsäure enthält. Gegen nervöse Erschöpfung, Schlaflosigkeit und Nervenschwäche wird eine aus grünem Hafer hergestellte Essenz angewendet. Rheuma, Gicht und Hauterkrankungen wie Neurodermitis werden mit Haferstrohbädern behandelt. Für Hildegard von Bingen ist der Hafer ein Mittel zum Glück: „Der Hafer ist eine beglückende, gesunde Speise, er bereitet frohen Sinn und klaren Verstand.“ Hafer hilft übrigens, wenn man regelmäßig davon isst, auch, den Cholesterinspiegel zu senken.

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