Tief im Hochgebirge

Foto:Marem/Fotolia.com
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Der in Niederösterreich arbeitende Psychotherapeut Reinhold Wildner war bereits 1972 bei Bert Hellinger und beobachtete ihn aus eigener Distanz. Seine Module der Aufstellungsarbeit siedelt er auf allen Ebenen des Seins an, schildert er Sigrit Fleisz im Interview.

lebensweise: Wie würden Sie die Wirkungsweise von Familienaufstellungen beschreiben, also konkret: Wer kann von einer Aufstellungsarbeit profitieren?

Reinhold Wildner: Ein oder mehrere Stellvertreter werden für ein System in Bezug gestellt und dann zu ihrer jeweiligen Wahrnehmung befragt. So wird aus einem Problembild ein Lösungsbild erarbeitet. Das letztere wird vom Aufstellenden wie Homöopathie ins Leben und tief ins Herz aufgenommen. Die Wirkung ist plötzlich bis allmählich und deshalb so stark, weil die vielen frei gewordenen Seelenströme der Familie zugleich auf den Aufstellenden Einfluss nehmen und dieser eine neue Kraft der Verwurzlung erfährt. Profitieren kann jeder Mensch mit genug Ichstärke und Ego-Abwehr; das bedeutet, dass sich das eigene Ich gegen frühe Abgründe und überflutende Tendenzen wehren kann, die er im Sinne Freuds durch Rationalisierung, Verherrlichung, Abgrenzung, (u.s.w) aufrechterhält. Ausnahme sind jene, die noch im frühen Lichtschacht ihrer Kindheit festhängen also, die sich ohne Mutterboden krampfhaft am Verstand festhalten.

 

lebensweise: Wie lässt sich das erklären?

Wildner: Im 1. Lebensjahr entstehen psychotische und schizophrene Störungen sowie...

 

 

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