Bärlauch, der Knoblauch des Frühlings

Während Bärlauch vor einigen Jahren nur bei Wildkräutersammlern bekannt war, kann man sich heute im Frühling kaum mehr davor retten. Ob als Pesto, Suppe oder Aufstrich – Bärlauch ist überall. Will man nur annähernd in sein, bekocht man seine Gäste jedenfalls mit Bärlauch. Doch jeder, der sich nach Frühlingsgefühlen sehnt, muss bemerken, dass abseits der aktuellen Trends an dem Kraut wirklich was dran ist.

Das Aroma erinnert an Knoblauch, ist aber milder und schwächer und hat Noten von Schnittlauch. Mit Bärlauch können Gemüse-, Kartoffelgerichte und Salate verfeinert werden, die damit schnell nach Frühling schmecken. Durch sein unverwechselbares Aroma kann Bärlauch auch gut eigenständig verwendet werden: Blätter einfach fein hacken, kurz in warmem Olivenöl wenden und unter die Pasta mischen. Auch Risotto und Topfenaufstriche benötigen nicht viel mehr als Salz und eben Bärlauch.

 

Bärlauch zählt zur Familie der Lauchgewächse und stammt ursprünglich aus West -und Mitteleuropa, wo er auch heute noch großteils wild wächst. Dem Volksglauben zufolge essen die Bären nach dem Winterschlaf im Frühling Bärlauch. Wer ihn isst, wird daher auch bärenstark. Der typische knoblauchartige Geruch und Geschmack kommt von einer Vielzahl an Schwefelverbindungen im ätherischen Öl des Bärlauchs, von denen Divinylsulfid, Dimethylthiosulfonat und Methylcysteinsulfoxid die wichtigsten sind.

 

Alle Jahre wieder verwechseln Kräutersammler und solche, die es noch werden wollen, Bärlauch mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen und vergiften sich dabei. Genau hinzuriechen sei daher jedem geraten, der Familie und Freunde mit Bärlauch beglücken will, denn weder Maiglöckchen noch Herbstzeitlose riechen nur annähernd nach Knoblauch.

 

Im Frühling wird Bärlauch auf fast allen Märkten angeboten, wo man ihn frisch kaufen und sobald wie möglich verwenden sollte. Im Rest des Jahres kann man Bärlauch auch getrocknet einsetzen, und es ist empfehlenswert, dabei nicht zu sparsam zu sein, denn getrockneter Bärlauch hat ein schwächeres Aroma. Sowohl für frischen als auch für getrockneten Bärlauch gilt der Tipp, das Kraut eher erst gegen Ende des Garens hinzufügen. Er harmoniert mit Zwiebel, Basilikum, Petersilie, Kräuter der Provence und Oregano.

 

Wirkungen und verborgene Kräfte: Bärlauch zählt zu den bekanntesten Gewürzen der Volksmedizin. Er soll appetitanregend, cholesterinsenkend und blutreinigend sein. Außerdem wird er bei Eisenmangel empfohlen und soll die Hirnleistung steigern. Bärlauch soll die Frühjahrsmüdigkeit bekämpfen und – was für einige vielleicht neu ist - aphrodisierend wirken.

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