Lapacho – Südamerikas Ginseng

Was der Ginseng für die Chinesen ist Lapacho für die Südamerikaner. In einigen Ländern des Kontinents werden der Rinde des Lapacho-Baumes wahre Wunderkräfte zugesprochen. Dass der Baum und der aus der Rinde zubereitete Tee in unseren Breiten eher unbekannt ist, ist schade, denn er ist es wert, probiert zu werden.

Lapacho-Tee ist ein köstliches, herbstliches Heißgetränk. Im Sommer wird Lapacho-Tee am besten kalt und in Kombination mit Früchten: mit Fruchtsaft und Erdbeer-, Apfel-, oder Mangostücken ergibt der Tee eine äußerst empfehlenswerte Sommerbowle. Wer alkoholfreie Bowle verweigert, sei beruhigt: Lapacho-Tee eignet sich auch als Basis für Cocktails, der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

 

Um einen herrlich voll schmeckenden Lapacho-Tee zuzubereiten, einen gehäuften Esslöffel Rindenteile in Wasser fünf Minuten leicht kochen und danach 15 Minuten ziehen lassen. Aus der Kanne steigt ein leichter Duft von Vanille. Der rötlich-braune Lapacho-Tee schmeckt erdig-rauchig und ist köstlich, besonders wenn er mit etwas Milch oder Obers und Honig getrunken wird.

 

Der Lapacho-Baum wächst in den Regenwäldern Südamerikas, vor allem in Argentinien, Paraguay und Brasilien, wo er den benötigten eisen- und kalkreichen Boden vorfindet. Mit bis zu 30 Metern Höhe sind Lapacho-Bäume echte Riesen, sie erreichen ein Alter von bis zu 700 Jahren. Um den Tee zu gewinnen, wird die innere, rötliche Rinde des Baumes ähnlich wie bei der Korkgewinnung ein bis zweimal im Jahr abgeschält. Wodurch der Baum nicht verletzt wird. Innerhalb von kurzer Zeit wächst die Rinde wieder nach. Das abgeschälte, weiche Jungholz wird klein geschnitten und als Tee verwendet. Die Rinde des Lapacho-Baumes ist mineralstoffreich und enthält viel Kalzium, Magnesium und Zink. Außerdem sind Chinone, Bioflavonoide und Coenzym Q enthalten.

 

Lapacho-Tee soll ein wahres Wundermittel sein und wird in Südamerika als Allheilmittel gesehen. Durch die enthaltenen keimtötenden Substanzen soll er pilzhemmend, entzündungshemmend und antibakteriell wirken. Daher wird er bei Pilzinfektionen (Vaginalpilz, Darmpilz) und bei Hauterkrankungen angewandt. Durch seine adstringierende Wirkung lindert er entzündete Hautstellen und beschleunigt die Wundheilung. Außerdem soll Lapacho-Tee imstande sein, Allergien und Heuschnupfen zu lindern. Bei Kniegelenksarthrose wird empfohlen, den Tee über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen täglich über den Tag verteilt in größeren Mengen zu trinken. Wer das Gefühl hat, den Boden unter den Füßen zu verlieren, dem kann Lapacho-Tee helfen, sich wieder zu erden.

 

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