Vergessene Krankheiten

Hinter Kala Azar, Chagas oder Buruli-Ulkus verbergen sich Schicksale, von denen Pharmaindustrie und Forschung nicht viel wissen wollen. Millionen armer Menschen weltweit sind von diesen vergessenen Krankheiten betroffen, Tausende sterben Jahr für Jahr daran, weil Diagnose und Behandlung kaum oder gar nicht vorhanden sind. Marietta Türk sprach mit Julien Potet von Ärzte ohne Grenzen über die Hintergründe.

lebensweise: Wann gilt eine Krankheit als „vergessen“ oder „vernachlässigt“?

 

Julien Potet: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet 17 vernachlässigte tropische Krankheiten auf. Der Name Neglected Tropical Diseases (NTD) soll Aufmerksamkeit erregen. Die Liste ist nicht vollständig, aber es sind jene Krankheiten, die aufgrund ihres Ausmaßes und der Mortalität Tuberkulose oder Malaria nahe kommen.

 

lebensweise: Millionen von Menschen weltweit sind betroffen. Wie kommt es, dass es zu wenig Diagnosemethoden, Medizin und Forschung für diese Krankheiten gibt?

 

Potet: Nehmen wir das Beispiel der Schlafkrankheit, einer parasitären Tropeninfektion, die durch die Tsetsefliege übertragen wird. Millionen Menschen müssen jedes Jahr untersucht werden. Es gibt zwar einen großen quantitativen Markt für Screening- und Diagnosetests, aber keinen qualitativ hochwertigen, weil die meisten Kranken in armen ländlichen Gegenden in Zentralafrika leben. Investitionen privater Unternehmen in Diagnoseinstrumente sind daher sehr selten. Folglich bleibt die Diagnose der Schlafkrankheit ein ...

 

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Zur Person:

 

Julien Potet ist Neglected Tropical Diseases Policy Advisor bei Ärzte ohne Grenzen und setzt sich für vergessene Krankheiten ein.

 

Fotocredit: MSF Access Campaign

 

 

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