Fette Gewinne

Foto: Adamah
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Eine Milliarde Menschen weltweit hungern – darunter sehr viele Kinder.

Zwei Milliarden Menschen haben Übergewicht – darunter immer mehr Kinder.

Beides ist auch Folge von schwer durchschaubaren Wirtschaftsinteressen. 

 

Von Martin Schriebl-Rümmele

 

Mehr Bewegung, weniger Essen – auf diesen simplen Nenner bringen viele die Debatte über Übergewicht und Folgeerkrankungen. Thematisiert werden in erster Linie mangelndes Kontrollvermögen, individuelle Verantwortung oder gar die Schuldfrage. Von Belastungen für das Gesundheitssystem ist zu lesen.

 

Wissenschafter schreiben auch der Lebensmittelindustrie eine Mitschuld an der steigenden Zahl übergewichtiger Menschen zu. Im Fachjournal „PLoS Medicine“ forderten Wissenschafter zuletzt, Gesundheitsrisiken der Nahrungsmittel und Getränke stärker zu prüfen und bekannt zu machen. Und weiters: Die Ausbreitung großer Lebensmittelkonzerne trägt in ärmeren Ländern stark zu Fettleibigkeit und chronischen Krankheiten bei. Der Konsum von gesüßten Erfrischungsgetränken und verarbeiteten Lebensmitteln nehme in solchen Staaten rapide zu.

 

Industriell hergestellte Lebensmittel für Kinder zählen zu den energiereichsten überhaupt, sagt Hermann Toplak von der Abteilung für Innere Medizin der Meduni Graz. Ein Joghurt mit einem Prozent Fettanteil hat 80 Kalorien. Die als gesunde Mahlzeit für zwischendurch beworbenen Milchschnitten, Snacks und anderes haben alle an die 200 Kalorien (pro 100 Gramm!) oder mehr.

 

Die Industrie wolle Kinder so früh wie möglich auf ungesundes Junkfood programmieren, glaubt die Verbraucherschutzorganisation „foodwatch“. Dafür gäbe es einen logischen Grund. ...

 

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