Der Patch-iarch

Rund 400.000 Menschen in Österreich leben in Patchwork-Familien. Die Tendenz ist steigend wie die Zahl der Scheidungen. Patchwork-Familien fordern Kinder, Mütter und Väter in vollkommen neuer Weise. Väter sind bis zu einem gewissen Grad austauschbar. Die Vaterrolle ist es nicht. Männer sind neuen Erwartungen, Chancen und Problemen ausgesetzt.

Von Christian W. Bernhard

 

Die Frage, ob die Mutter sympathisch ist oder unsympathisch, stellt sich einem Kind nicht. Die Frage, wie es sich mit der neuen Freundin des Vaters verhält, stellt sich einem Patchwork-Kind schon.“ Damit bringt Melanie Mühl (35), Scheidungskind und Journalistin, die mit dem Buch „Die Patchwork-Lüge“ für Aufregung gesorgt hat, die Problematik der Patchwork-Familie, aus der Sicht der Kinder auf den Punkt. „Scheidungskinder stehen unter Druck“, erklärt Mühl, „das Elternhaus zerbricht, sie müssen ihre Welt neu sortieren und weiter funktionieren. Ein Kinderpsychiater hat mir gesagt, er wisse nicht mehr, in welche Klinik mit den jungen Patienten, weil der Bedarf so hoch ist. Darüber muss man reden.“

 

Statistiken bestätigen das Plädoyer von Mühl. Die Scheidungsraten bei Scheidungskindern liegen etwa doppelt so hoch. Logisch sagt Mühl: „Man re-inszeniert, was die eigenen Eltern verbockt haben, obwohl das das Letzte ist, was man eigenen Kindern antun will.“

Welche Herausforderung stellt die Entwicklung eigentlich für Männer? Welche Herausforderung erwartet Väter generell und wie verändert sie sich? Eine Untersuchung des Oxford Centre for Research into Parenting and Children zeigt, dass Heranwachsende, denen eine klare Vaterrolle abhandengekommen ist, unter mangelndem ...

 

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