Tibet Tage in Hüttenberg und Wien

Vom 29. November bis 1. Dezember 2012 stand das Musikzentrum Knappenberg ganz im Zeichen der tibetischen Kultur und vom 8.-9. Dezember fanden die Tibettage in Wien statt. Neben der Fotoausstellung „Tibet einst und heute“ bestand auch die Möglichkeit, die tibetische Kultur und kostenlos traditionelle Therapieformen kennen zu lernen. Veranstalter der Tibet Tage ist das Tibetzentrum in Hüttenberg, das auch im Mai 2012 den Österreich-Besuch des Dalai Lama organisiert hat.

Junge Tibeterinnen und Tibeter tanzen in farbenprächtigen Gewändern und singen traditionelle tibetische Lieder: Mit einem farbenfrohen und die Herzen berührenden Programm zur Eröffnung der „Tibet Tage“ bedankte sich das Tibetzentrum bei allen Menschen aus der Region, die das vom Dalai Lama gegründete Bildungsinstitut schon immer unterstützt haben. Tibetische Trachten, Tänze und traditionelle Musik erfreuten die Besucher. Carina Harrer, langjährige Ehefrau der Bergsteiger- und Forscherlegende Heinrich Harrer, übergab ein kostbares tibetisches Thangka (Gemälde) mit dem Wunsch, es eines Tages in ein offenes Tibet zurückzubringen. Der Leiter des Tibetzentrums, Rektor Gesche Tenzin Dhargye betonte die bisherigen erfolgreichen Aktivitäten seines Instituts und belegte sie mit Zahlen: so wurden bereits 140 Diplome an Absolventen übergeben; insgesamt besuchten bisher rund 7.000 Menschen die Veranstaltungen des Tibetzentrums, und im Mai 2012 nahmen mehr als 30.000 Besucher an den Veranstaltungen mit dem Dalai Lama in Klagenfurt, Salzburg und Wien teil.

 

Bis Dezember 2012 waren in der Carinthischen Musikakademie in Knappenberg Ausstellungen und Vorführungen tibetischer Kunst und Kultur zu bewundern. Neben tibetischem Kunsthandwerk gab es auch wertvolle Thangkas – kunstvolle Darstellungen des tibetischen Buddhismus - zu bewundern und die Traditionelle Tibetische Medizin und Astrologie wurde mit Vorträgen und Schnupper-Anwendungen präsentiert. Tibetfreunde fanden in den vorhandenen Shops und Verkaufsständen auch passende Weihnachtsgeschenk. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, kostenlos traditionelle Therapieformen kennen zu lernen. Vom 8.-9. Dezember fanden die Tibet Tage in Wien, in der VHS-Hiezing statt.

 

Das Tibetzentrum veranstaltet immer wieder einen Diplomlehrgang zu den Grundlagen der Traditionellen Tibetischen Medizin, die seit über tausend Jahren überliefert und praktiziert wird. Ihre Wurzeln reichen weit zurück in die Geschichte der Menschheit und sie wird als eines der ältesten erhaltenen medizinischen Systeme der Erde angesehen.

 

Das Verständnis von Gesundheit und Krankheit innerhalb der Tibetischen Gesellschaft wird ausführlich in einem System beschrieben, das als „Sowa Rigpa“ („Das Wissen vom Heilen“) bezeichnet wird. Dieses traditionelle System wurde – nach der tibetischen Überlieferung - ursprünglich vom Buddha in der Manifestation des Medizinbuddha gelehrt. Die wichtigen Aspekte seiner Lehren werden ausführlich im Grundlagentext der Tibetischen Medizin, dem rGyud-bZhi (sprich: Gü-Schi) - auch die Vier „Medizin-Tantras“ genannt - behandelt. Seit Oktober 2012 liegt dieses Werk erstmals auch in einer deutschen Übersetzung vor – von TCM- und TTM-Experten und lebensweise-Fachbeirat Dr. Florian Ploberger. Das gebundene Werk ist im Bacopa-Verlag erschienen.

 

Die Traditionelle Tibetische Medizin bietet einen holistischen Ansatz zur Gesundheitsvorsorge und berücksichtigt in besonderer Weise die Beziehung von Körper und Geist. Diesem System zufolge reguliert ein gesunder Körper die sog. drei Körpersäfte (Wind, Galle und Schleim), die sieben körperlichen Komponenten und die drei Ausscheidungen, sodass stets ein Zustand des Gleichgewichts aufrechterhalten bleibt. Wird dieser Zustand erreicht, ist der Körper gesund bzw. frei von psycho-physiologischen Funktionsstörungen. Befindet sich eine dieser Komponenten im Ungleichgewicht, kommt es zu einer Störung bzw. Krankheit.

 

Mehr dazu unter: Tibetcenter

 

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