Der Mensch ist, was er isst

Foto: Ars Ulrikusch/Fotolia.com
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Allergien und Unverträglichkeiten nehmen dramatisch zu, die Ursachen sind unklar. Immer mehr Beobachter geben der Lebensmittelindustrie eine Mitschuld: Allergieauslösende Substanzen finden sich überall, sind gut versteckt und werden immer mehr.

Von Martin Schriebl-Rümmele

 

Die Medizin steht vor einem Rätsel und Experten sprechen bereits von einer Epidemie, die kaum wahrgenommen wird und deren Ursachen völlig im Dunkeln liegen: Die Zahl der Allergikerinnen und Allergiker hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt. Waren vor einem halben Jahrhundert gerade zwei Prozent der Bevölkerung an Allergien erkrankt, so sind es mittlerweile 25 Prozent der Bevölkerung. 1,2 Millionen Landsleute leiden an der häufigsten durch Pollen hervorgerufenen Form. Nach Schätzungen der European Academy of Allergology and Clinical Immunology werden bis 2015 die Hälfte aller Europäer allergiekrank sein. Bei Erwachsenen treten Nahrungsmittel-Allergien in einem bis fünf Prozent der Fälle auf, bei Kindern etwas öfter mit fünf bis zehn Prozent. Nahrungsmittelintoleranzen kommen mit durchschnittlich 30 Prozent hingegen deutlich öfter vor.

 

Die Weltallergieorganisation (WAO) spricht bereits von einer Seuche, die sich rund um den Erdball ausbreitet – schneller als Herzinfarkt oder Krebs. Und die Folgen können ähnlich dramatisch sein: Schon die Spur einer Erdnuss oder der Stich einer Wespe kann bei manchem genügen, um einen sogenannten anaphylaktischen Schock auszulösen – eine Situation, die binnen Minuten Atmung und Herz-Kreislauf-System versagen lässt. Doch was ist das für eine Erkrankung, die immer mehr Menschen betrifft und zur großen chronischen Erkrankung unserer Zeit geworden ist – mehr noch als Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen? Das britische Royal College of Physicians definiert Allergien als „Überreaktion aufgrund verstärkter Reaktivität des Immunsystems, wenn ein Patient mit Allergenen in seiner Umgebung in Berührung kommt, zum Beispiel Gras, Unkraut, Baumpollen und Ausscheidungen von Hausstaubmilben“. Echte „Allergien“ oder „allergische Reaktionen“ werden immer durch eine...

 

 

 

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