„Ich bin Teil des Waldes“

Foto: Wolf-Dieter Storl
Foto: Wolf-Dieter Storl

 

 

Neophyten stellen für viele Menschen, die sich als Naturfreunde betrachten, ein Problem dar. Die neuen Pflanzen, wie etwa der Riesenbärenklau überwuchern weite Flächen und verdrängen die heimische Vegetation. Andere gelten als gesundheitsschädigend, wie etwa die Ambrosia, die angeblich Heuschnupfen verursacht.

Von Wolf-Dieter Storl

 

Was uns die Botanik-Bücher über die Pflanzen berichten, beruht auf genauer Beobachtung und klarer logischer Schlussfolgerung, die durch wiederholbare Experimente geprüft wird. Dagegen ist nichts einzuwenden, und dennoch reicht das keineswegs aus, um die Pflanzen in ihrer Essenz zu verstehen. Pflanzen sind nicht nur primitive Lebensformen, die zufällig eine Reihe pharmakologisch wirksame Molekülkomplexe synthetisieren, die wir als Medizin nutzen können, oder die Kohlehydrate aufbauen, die wir als Nahrung zu uns nehmen können.

Kulturanthropologen und Ethnobotaniker, die sich mit der Kultur und Sichtweise anderer Völker befassen, stoßen immer wieder auf ganz andere Sichtweisen, was Pflanzen betrifft. Pflanzen offenbaren ihre Identität durch ihre Wechselbeziehung oder Interaktion mit der menschlichen Kultur. Jede Ethnie, jeder Stamm hat seine bevorzugten Nahrungspflanzen und Heilpflanzen, wobei viele Heilpflanzen zugleich Nahrungspflanzen sind. Keines der in der Völkerkunde bekannten Völker ist ohne seine Pharmakopöe heilender Kräuter, Rinden, Wurzeln. Und meistens gelten die verwendeten Pflanzen als „Verbündete“, als verkörperte Gottheiten, als mächtige Wesen, denen man mit Ehrfurcht und Dankbarkeit begegnet. Die wichtigsten Nahrungspflanzen werden oft als Ausdruck von ...

 

 

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