Riskante Proteinmast

Auf den ersten Blick scheint es beinahe abstrus: Unsere Ess- und Trinkgewohnheiten sollten etwas mit unserer Atmung, mit unseren Bronchien zu tun haben? Was für manche osteuropäische, vor allem aber mittel- und ostasiatische Kulturen beinahe selbstverständlich ist, klingt in unserem Kulturkreis unlogisch.

Eiweiß (Protein) besteht aus Aminosäuren. Einige davon sind für uns Menschen lebensnotwendig, da wir aus diesen Aminosäuren wichtige Hormone, Zellenzyme und Strukturbestandteile für unseren Körper bilden. Der aktuelle österreichische Ernährungsbericht ergab unter anderem, dass wir Durchschnitts-Österreicher etwa um 50 Prozent mehr Protein konsumieren, als wir benötigen. Diese statistische Zahl ist unspektakulär, ruft niemanden auf den Plan. Proteine gelten allgemein als lebensnotwendig, gesund und – im Vergleich zu Fetten – als kalorienarm. Proteine überall. In Milchprodukten ohnehin, in der Fertigpizza, im Schinken-Käse-Toast, in der Milchschnitte, in Fleisch- und Wurstwaren und vor allem in kalorienreduzierten Light-Produkten (Du darfst, Du sollst, Du musst und so weiter).

Die Kehrseite der Protein-Medaille: Wir benötigen etwa 0,8 bis 1 Gramm Protein pro Tag und Kilogramm Körpergewicht, macht im Schnitt also etwa 50 bis 80 Gramm Eiweiß täglich. Konsumieren wir mehr davon (laut Statistik etwa 120 Gramm täglich), so belasten wir damit unseren Abbau-Stoffwechsel: Wir verbrauchen Vitamin B6 aus unseren Körperspeichern, der Harnsäure-Spiegel steigt sukzessive an, die Nieren werden belastet. Zum Teil aber werden die nicht benötigten Eiweiß-Teilchen auch in unsere Körpersubstanz eingebaut: Unser Bindegewebe wird kompakter (Bodybuilder wollen das so), unsere Herzmuskeln verlieren an Elastizität, die Konsistenz unseres (Bronchial)schleims wird zäher und auch unser Blut wird dickflüssiger.

Spätestens an diesem Punkt sollte uns klar werden, dass unsere alltägliche „Eiweißmast“ mehr ist als nur banale Veränderung unserer Ess- und Trinkgewohnheiten. Proteine sind wichtig, sogar lebenswichtig. Ein Zuviel an Proteinen aber belastet auf Dauer auch die voneinander abhängige Funktionseinheit von Herz und Lunge und Blutgefäßen. Überhöhter Protein-Konsum (egal, ob aus tierischen oder pflanzlichen Quellen) führt also auf Dauer zu erhöhter Blutviskosität, zu Durchblutungsstörungen, zu einem eingeschränkten Gasaustausch (Sauerstoff, CO2) in den Lungen und damit zu Bronchialproblemen.

 

Nun ein paar Worte zu den „bösen“ Fetten. Fette gelten allgemein als ungesund, kalorienreich, dick machend und als Risikofaktoren für Herz und Kreislauf. Für mäßig Informierte ist es somit schwer verständlich, dass Omega-3-Fettsäuren (chemisches Strukturmodell siehe Bild) wiederum das genaue Gegenteil bewirken sollten, nämlich Herz und Kreislauf zu schützen. Fett ist also nicht gleich Fett. Es gibt, wie wir heute wissen, wertlose und wertvolle Fette und Öle. Die wertlosen, billigen Industrieöle (jene, die in den Zutatenverzeichnissen von Snacks verharmlosend als „Pflanzenöl“ ausgewiesen werden), Brat- und Frittieröle sowie Margarinen machen unsere Bronchien brüchig und spröde.

Hochwertige Fette und Öle wie Butter, kalt gepresste Pflanzenöle und Fischöle dagegen pflegen die Elastizität von Bronchien, Herz und Gefäßen. Sie sind das elastische „Baumaterial“ dieser Organe und können nur von außen, also über die Ernährung, zugeführt werden. Je gezielter und regelmäßiger wir uns daher mit solchen hochwertigen Fetten und Ölen versorgen, desto gesünder leben wir. —

 

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