Das Herz ist des Körpers Kaiser

Foto: privat
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Claudia Nichterl ist Ernährungsexpertin und verbindet entsprechende europäische Traditionen wie jene von Sebastian Kneipp mit der Chinesischen Medizin. Ina Schriebl sprach mit ihr über die Bedeutung der Ernährung für die Herzgesundheit.

lebensweise: Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen zu und verursachen große Probleme im Gesundheitswesen. Worin sehen Sie die Gründe für die Zunahme?

Claudia Nichterl: Sie werden überrascht sein, mit welch kleinen Änderungen an Lebensstil und Ernährung Sie etwas beitragen können, um Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen bzw. zu verhindern. Mit 600 Gramm Gemüse und Obst pro Person und Tag könnten in der EU pro Jahr 135.000 Todesfälle verhindert werden, die durch Herz-Kreislauferkrankungen bzw. Schlaganfall auftreten. Die ständig verfügbaren Verlockungen – an jeder Ecke wartet eine Pizzaschnitte, ein Burger, eine Wurstsemmel oder ein Schokoriegel – machen es für viele immer schwerer, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Wenn Stress und Bewegungsmangel dazu kommen, steigt das Risiko für die typischen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

 

lebensweise: Welchen Anteil hat die Ernährung?

Nichterl: Einen sehr großen. Achten Sie auf einen hohen Gemüse- und Obstanteil in der Ernährung. Neben richtigen Fetten spielen noch andere Nährstoffe eine Rolle. Bei fast ausschließlicher Verwendung von Weißmehlprodukten und zusätzlichem Konsum von Zucker läuft die Bauchspeicheldrüse auf Hochtouren. Sie ist durch die Produktion von Insulin zuständig den Blutzuckerspiegel auf einem konstanten Niveau zu halten. Sobald aber die Zuckerspeicher aufgefüllt sind, werden die kleinsten Zuckerbausteine in Fett umgewandelt und in die Fettdepots eingeschlossen. Die Folge: Gewichtszunahme wird gefördert. Völlig anders ist die Situation etwa bei Vollkornprodukten. Diese Zutaten liefern auch Ballaststoffe, die beitragen, dass der Zucker nur langsam in die Blutbahn kommt. Ein hoher Insulinausstoß und damit verbunden eine vermehrte Umwandlung in Körperfett bleibt aus.

 

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