Die Kunst, richtig zu atmen

Foto: Robert Kneschke/Fotolia.de
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Über die Atmung wird der Körper mit Sauerstoff versorgt. Das passiert zwar permanent und nahezu automatisch, wer aber bewusst atmet, tut viel für seine Gesundheit. Atmen kann also Therapie sein. Allerdings birgt die Luft, die wir atmen auch Gefahren – sei es im Verkehr oder in den Räumen, in denen wir uns aufhalten. Doch es gibt Möglichkeiten zur Prävention.

Von Karin Pollack

 

Über das Atmen muss eigentlich niemand nachdenken. Denn es passiert einfach automatisch. Von früh bis spät, Jahr für Jahr bis zum letzten Tag. Wie unterschiedlich dieser so grundlegende Prozess des Lebens sein kann, lässt sich durch Selbstbeobachtung feststellen. Treppen hinauf laufen, aufrecht sitzen, erschrecken, lümmeln, seufzen aus Erleichterung? „Jede Art der Emotion hat ihr ganz charakteristisches Atembild“, sagt Norbert Faller, Atempädagoge in Wien. Wer zu ihm in die Praxis kommt, darf einmal ganz bewusst erleben, zu welch breitem Spektrum von Atemmustern der Mensch fähig ist. Eine der ersten Übungen, zu der man aufgefordert wird, ist das Zur-Ruhe-Kommen. Das ist zunächst überraschend und klingt eigentlich einfach, ist es aber ganz und gar nicht, weil der Raum unbekannt und der Atemlehrer fremd ist, und draußen der Wind pfeift. Sehr bald stellen jene, die hier bei Faller auf der Liege landen, fest, dass Konzentration dabei eine ganz entscheidende Rolle spielt. Alles, was rundherum ist, muss ausgeblendet werden, einzig und allein die Konzentration auf sich selbst, darauf kommt es an. „Legen Sie ihre Hand auf den Bauch und versuchen Sie dann zu erklären, was genau gerade passiert“, sagt Faller mit seiner angenehm sonoren Stimme.

„Sammlung“, nennt er diesen Prozess des In-Sich-Gehens, der den Anfang jeder Stunde bilden wird. Mit der Zeit stelle sich diese Achtsamkeit gegenüber sich selbst immer einfacher ein, sagt der Atempädagoge, der weder Fanatiker noch Esoteriker ist. Sein Fokus in der Betrachtung des Menschen richtet sich einfach nur auf einen ganz natürlichen Prozess, der seiner Meinung viel zu wenig beachtet wird.

 

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