„Männer brauchen einen Tritt, um sich zu entwickeln“

Foto: privat
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„Wir denken uns nicht in eine neue Lebensweise, sondern wir leben uns in eine neue Denkweise“, hat der Männerinitiator Richard Rohr Michael Josef Egarter

gelehrt. Martin Schriebl-Rümmele sprach mit ihm über Männer und Gesundheit.

 

lebensweise: Sie sind Physiotherapeut und arbeiten auch mit Frauen und Männern im Bereich Persönlichkeitsentwicklung. Wo berühren sich diese Bereiche?

 

Michael Josef Egarter: Bei Männern, die zur Physiotherapie kommen, ist die Grundspannung der Muskulatur oft sehr hoch. Das hat mit der männlichen Physiognomie zu tun, mit dem Charakter des jeweiligen Mannes, aber auch damit, dass Männer zunehmend unter Druck stehen. Viele haben mit Existenzsicherungsthemen zu tun, haben beruflich Stress. Frauen gehen anders mit Druck um, finden leichter ein Ventil im emotionalen Ausdruck. Wegen der hohen Spannung reagieren Männer oft nicht so rasch auf eine Behandlung, was dadurch verschlimmert wird, dass sie sich außerhalb der Therapie nicht schonen. Sie wollen oder müssen weiter Gas geben. Frauen sind eher bereit, zeitweilig aus dem Beruf auszusteigen. Hier kommen nach wie vor Rollenmuster zum Tragen - auch alte: Ein Mann hat keine Probleme, er muss überall seinen Mann stehen, zeigt keine Schwäche. Daher geht es neben körpertherapeutischer Herangehensweise um Veränderung von Lebenseinstellungen, Welt- und Selbstbild.

 

lebensweise: Wie lässt sich hier gegensteuern?

 

Egarter: Männer orientieren sich grundsätzlich eher am Äußeren - an dem, was gesellschaftlich vorgegeben ist. Gerade in Sachen Persönlichkeitsentwicklung gibt es wenig Vorbilder. Ich beobachte in allen Bereichen der Gesellschaft, dass es unter Männern eine Rangordnung gibt, die nach strengen Gesetzen festgelegt wird. Den meisten ist das...

 

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