Brust mag Bohnen

Von Malern huldigend verewigt, mit feinsten Ölen gecremt und betörend in edle Spitze verpackt – der weibliche Busen wird äußerlich gehegt und gepflegt. Wenn da nur nicht das Damoklesschwert der hohen Brustkrebsrate wäre. Studien lassen hochaktuell einen Silberstreif am Horizont aufleuchten mit der Erkenntnis: Busen mögen Bohnen.

Gemeint sind damit zwei Dinge: erstens verursachen tierische Eiweiße etwa aus der Wurst doppelt so viel Brustkrebserkrankungen laut der riesigen Europäischen Ernährungsstudie EPIC. Brustgesünder ist pflanzliches Eiweiß wie in Bohnen. Zum anderen ist es die Sojabohne der Asiatin, die vor Brustkrebs schützen kann. Lange Zeit kursierten Gerüchte um eine brustkrebs-fördernde Wirkung in den Medien, die jetzt analysiert wurden. Brustkrebsfördernd erwies sich eine ganz spezielle Laborsituation: verfütterten Forscher den chemisch aus Soja gelösten Inhaltsstoff, die Isoflavone, an zusätzlich speziell Eierstockoperierte Mäuse, so entwickelten diese Östrogenfreien Labormäuse daraufhin mehr Krebs. Wenn jedoch Frauen sich mehr natürliches Soja als Nahrungsmittel zuführen, kann sich das „pflanzliche“ Östrogen von Soja an die Östrogen-Andockstellen etwa der weiblichen Brust setzen und so vor dem 100- bis 1000-fach stärkeren menschlichen Östrogen schützen.

Wer sich jetzt schon karg speisend von Darmgasen geplagt wähnt, darf sich entspannt zurücklehnen und Genießer-Vorfreude aufkommen lassen: Sojabohnen sind wunderbar wandelfähig und mit wenigen Küchentricks auch bekömmlich und himmlisch köstlich - und sie gedeihen sogar in Österreich. Zusätzlich zu aktuellen Forschungsergebnissen liefert die kochende Naturärztin Dr. Susanne Bihl-maier nicht nur augenzwinkernde, appetitanregende Überschriften, sondern auch gleich passende Fix-und-einfach-Kochrezepte in ihrem Koch- und Gesundheitsbuch „Tomatenrot+Drachengrün“. Überzeugen Sie sich selbst davon, dass sich Genuss und Gesundheit nicht widersprechen, sondern sogar eine Gaumen-erfreuende Einheit bilden mit der „Himbeer-Granatapfel-Tofucreme“. (rüm)

 

Noch mehr Wissenshäppchen für den Gaumen gibt es im Seminar für Gesundheitsinteressierte „Schlemmen gegen Krebs, Vorbeugung mit Tipps und Tricks aus westlicher und chinesischer Diätetik, 1.-2. November 2013 in Wien, www.medchin.at.

 

Granatapfel-Himbeer-Tofu-Creme „Pink Paradise“

Zutaten (für 2 Portionen)

 

80 ml Sojasahne

200 g Himbeeren, frisch oder Tiefkühl-Ware

100 g Naturtofu

2 EL Granatapfel-Muttersaft

½ Pck echten Vanillezucker

1 Prise Zimtpulver

1 Prise Galgantpulver

½ TL Leinöl

¼ unbehandelte Bio-Zitrone, Schalenabrieb

1 TL Zitronensaft

 

Sojasahne in einer hohen Rührschüssel cremig schlagen. Bei frischen Beeren einige für die Dekoration beiseitestellen. Zutaten pürieren und zum Schluss Sojasahne kurz untermixen. Crème in Glasschälchen servieren und mit frischen Beeren garnieren.

 

 

Tipp der Hobbyköchin:

So zaubern Sie immer wieder neue Kreationen: zum Beispiel mit Aprikosen, Mangos, Bananen und Pflaumen (für cremige Pürees) oder mit Melonen, Beeren und Kiwis (flüssige, erfrischende Smoothies). Grünes und rotes Obst nicht kombinieren, das ergibt sonst eine unattraktiv-bräunliche Masse. Smoothies können mit Obstsaft, etwa Granatapfelsaft, verdünnt werden. Kefir, Sojasahne oder Kokosmilch sorgen für milde Cremigkeit. Wenn es etwas Besonderes sein soll, können Sie für Erwachsene statt des Johannisbeersafts auch einmal schwarzen Johannisbeerlikör verwenden.

 

Tipp der Naturärztin:

Beeren bescheren Vitamine, Polyphenole und Carotinoide in beeindruckenden Mengen. Wahrend einer Chemotherapie kann Obst jedoch im Mund brennen, was durch die Sojasahne gemildert wird. Ingwer, Galgant, Zimt und Kardamom (zum Beispiel fertig im Hildegard-Keksgewürz) wärmen nach der TCM die wasserhaltigen, kühlenden Früchte und stützen damit den Magen. Genießen Sie Smoothies in kleinen Schlucken, die Sie wie ganze Früchte auch kauen sollten, damit die Menge an Obst nicht ohne die erste Verdauungsstufe im Mund in Ihrem Magen landet.

 

Gutmanns Tee-Empfehlung

Früchtetee: Dank seiner milden Säure und des fruchtigen Geschmacks ist ein feiner Früchtetee wie zum Beispiel der „Alles-Liebe-Früchtetee“ oder der „Sonnige-Grüße-Tee“ besonders geeignet für süßes Gebäck, Obstkuchen und cremige Desserts. Er passt jedoch auch hervorragend zu Käse und sommerlichen Gerichten. Unverzichtbar auch für ein sinnlich-liebevolles Dinner zu zweit.

Früchtetees mit Hagebutten und/oder Sanddorn haben eine milde Säure und passen gut zu Frischkäse mit Honig und zu Frühlingssalaten mit frischen Blüten. Auch zu süßlichem Gemüse wie Rote Rüben oder Karotten schmecken sie köstlich. Naschkatzen werden Tees aus dieser Gruppe zu Apfel-Zimt-Desserts und Milchreis lieben!

Teezeremonie – das Geheimnis der richtigen Zubereitung: Früchtetee benötigt etwas Zeit, um sein volles Aroma zu entfalten. Pro Tasse Tee empfehlen wir, einen Teelöffel Früchtetee zu verwenden und diesen zunächst in kaltem Wasser aufzustellen, bevor man die Mischung langsam zum Kochen bringt. Nach kurzem Aufwallen lässt man den Tee noch zehn Minuten lang ziehen.

 

Rezept und Bild entnommen aus dem Buch:

 

Dr.med. Susanne Bihlmaier (siehe Foto unten)

Tomatenrot +

Drachengrün

Verlag Walter Hädecke

288 Seiten; € 19,90

ISBN: 3775006303

 

Tee-Empfehlung stammt aus dem Kochbuch

Manfred Buchinger,

Johannes Gutmann

So schmeckt die Freude

Residenz Verlag; 238 Seiten;

€ 29,90; ISBN: 3701732175;

www.sonnentor.com

 

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