Im Schatten des Genusses

Foto: photoxpress.com
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Ein köstliches Eis kann man in fünf Minuten essen oder eine halbe Stunde dafür brauchen – die Grenzen vom Genießen mit allen Sinnen hin zur Sucht beziehungsweise Abhängigkeit verlaufen oft entlang eines schmalen Grates.

 

 

Dionysos ist in der Götterwelt der Griechen nicht nur der Gott des Weines, sondern er ist auch zuständig für die Freude, die Trauben, die Fruchtbarkeit und die Ekstase. Literatur und Poesie beschreiben ihn auch als Lyäus, den Sorgenbrecher. Der Arzt und Psychotherapeut Rüdiger Dahlke hat sich intensiv mit dem Thema Sucht beschäftigt: „Die wichtigste Prävention ist in meinen Augen, rechtzeitig natürlichen Zugang zu Ekstase und Genuss zu verschaffen. Jugendliche, aber generell alle Menschen, die ekstatische Liebesfeste feiern, ekstatisch Tanzen und hingebungsvoll Sport treiben, sind ungleich weniger gefährdet, sich Ekstase über Ersatz-Ebenen wie Ecstasy und andere Amphetamine zu verschaffen.“ Wer seine Heldenreise auf der Seelenebene angehe, brauche kein Heroin, erklärt Dahlke im Gespräch mit der lebensweise. Der Heros oder die Heroine, wie sie im Mythos aufscheinen, geben Hinweise auf diesen Weg, wie der Arzt ihn auch in seinem Buch „Mythos Erotik“ beschrieben hat.

Für bereits Süchtige habe er in dem Buch „Krankheit als Symbol“ die „Be-Deutungen“ der einzelnen Suchtmittel aufgeführt und entsprechend gedeutet, sodass es möglich wird, sich der eigentlichen Aufgabe dahinter bewusst zu werden. Eine praktische Vorbeugung läge auch darin, die bei uns gängigen Drogen wie Alkohol, Nikotin und Cannabis mit Heranwachsenden ehrlich zu besprechen und ihnen auch die ersten Erfahrungen damit ganz bewusst zu verschaffen, sodass sie ihren Eltern vertrauen lernen. „Sie werden diese Erfahrungen sowieso machen, also besser in einer geschützten Atmosphäre mit den eigenen Eltern, anstatt...

 

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