Fairen Handel betreiben

Preise für gesunden Lebensstil, Vorsorge sowie integrative und ganzheitliche Medizin werden Organisationen und Unternehmen für ihr entsprechendes Engagement verliehen. Hier stellen die Preisträger 2013 ihre Gedanken vor. Diesmal: Fairtrade Österreich, Preisträger in der Kategorie „Ernährung und Genuss“. Im Bild: Mag. Hartwig Kirner, Geschäftsführer.

 

 

Was 1993 mit einer Menge Engagement der wichtigsten Akteure im Fairen Handel und dem Pionierprodukt Kaffee begann, ist heute mit einem Bekanntheitsgrad von 85 Prozent das bekannteste Zeichen für fairen Handel in Österreich. Seit nunmehr 20 Jahren setzt sich der Verein Fairtrade Österreich für gerechte Arbeits- und Handelsbedingungen ein. Heute können Konsumentinnen und Konsumenten aus einer breiten Produktpalette von über 800 Produkten mit dem Fairtrade-Gütesiegel wählen.

Über 1,2 Millionen Kleinbäuerinnen, -bauern und Arbeiterinnen und Arbeitnehmer profitieren direkt von den Vorteilen. Dabei bilden die Fairtrade-Standards die Spielregeln, die Aspekte wie Entwicklung, Soziales, Ökologisches und Ökonomisches widerspiegeln. Alle Partner müssen sich an diese Standards halten, nur dann dürfen die Produkte mit dem Fairtrade-Gütesiegel ausgezeichnet werden. Überprüft wird die Einhaltung der Standards durch die unabhängige Zertifizierungsbehörde FLO CERT GmbH. Fairtrade Österreich gehört auch dem internationalen Dachverband Fairtrade International an, in dem die gültigen Standards festgelegt und die Produzentenorganisationen dabei unterstützt werden, die Fairtrade-Zertifizierung zu erwerben und aufrechtzuerhalten.

Im Mittelpunkt der Arbeit von Fairtrade stehen die Menschen in den Anbauländern. So werden Kleinbauernfamilien sowie Arbeiterinnen und Arbeitnehmer auf Plantagen, in Teegärten und auf Blumenfarmen gezielt gefördert, um ihre Position auf dem Weltmarkt zu stärken. Sie erhalten für ihre Produkte ein stabiles Einkommen. Durch die Kombination von fairen Preisen und der Ausbezahlung einer Fairtrade-Prämie können immer mehr Produzentenorganisationen längerfristig planen und Investitionen in Infrastruktur oder Produktion vornehmen, um die Qualität zu verbessern und Verarbeitungsprozesse zu optimieren. Produkte mit dem Fairtrade-Gütesiegel sichern auch Arbeiterinnen und Arbeitnehmern bessere Arbeitsbedingungen und geben Vertrauen und Sicherheit für die Zukunft. Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit, Arbeitsschutz oder Vereinigungsfreiheit stärken das Selbstwertgefühl der Einzelnen. Umweltschutz ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt im Fairen Handel, weil dieser das Wohlergehen, die Gesundheit und den Lebensunterhalt der Menschen beeinflusst, die auf dem Land arbeiten und leben. Im Fairen Handel sind der Einsatz von gentechnisch-modifiziertem Saatgut sowie der Einsatz von hochgiftigen Agrochemikalien verboten. Die Kleinbauernfamilien werden finanziell unterstützt, ihre Produktion auf biologische Anbaumethoden Schritt für Schritt umzustellen, Wiederaufforstung zu betreiben, Wasser zu sparen und sich ökologisch fortzubilden.

Nur durch Eigenverantwortung kann Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig erfolgreich sein. Weitere Informationen: www.fairtrade.at. —

 

 

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