Rituale für Körper und Geist

Fotocredit: Fotolia.de
Fotocredit: Fotolia.de

Sie sind stetiger Begleiter der Menschheitsgeschichte. Zuerst als Ausdruck der

Verbundenheit des Menschen mit der Natur zelebriert, wurden Rituale bald auch in religiösen Kontext gestellt. Aus gutem Grund: Rituale sind eine Säule der Gemeinschaft und fördern physische wie psychische Gesundheit.

 

Weihnachten. Es ist spät abends und die Christmette steuert auf ihren Höhepunkt zu. Weihrauchschwaden durchziehen das abgedunkelte Kirchenschiff, der flackernde Schein der Kerzen verleiht dem Ritual einen mystischen Zauber. Dann hebt die versammelte Gemeinde zum gemeinsamen Gesang an, Dutzende Stimmen intonieren „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Ein wohliger Schauer durchläuft die Menschen, selten ist das Gemeinschaftsgefühl so ausgeprägt wie in diesem Moment. Selbst Kirchgänger, die nichts mit dem christlichen Glauben am Hut haben und aus anderen Gründen der Messfeier beiwohnen, sind beeindruckt von der Macht dieser Zeremonie – es fühlt sich an, als ob man vom Stress befreit wäre, einen Heilungsprozess durchlebt hätte.

 

 

 

Gemeinsame Rituale gelten als eine Art Kitt einer Gruppe, nicht nur in einem religiösen Kontext: Sie fördern das Gemeinschaftsgefühl, erleichtern die Aufnahme eines neuen Mitglieds, stärken die Bindung des Einzelnen an die Gruppe und sind damit gut für den sozialen Zusammenhalt – und damit auch für das seelische Gleichgewicht und in Folge auch für die psychische und physische Gesundheit. Das gilt meist nicht nur für Ritualteilnehmer, sondern auch für Zuschauer, hatten frühere Studien gezeigt. Allerdings ging es bei diesen Forschungen um Rituale, die stark mit Symbolen arbeiteten und in irgendeiner Weise synchronisierte Bewegungen wie Tanzen, Trommeln, Klatschen oder ähnliches umfassten. Was aber, wenn solche gemeinsamen Handlungen fehlen? Wissenschafter um Ivana Konvalinka von der Universität im dänischen Aarhus gingen dieser Frage nach und förderten – in einem vergleichbaren Setting wie in einer Christmette – verblüffende Resultate zutage.

 

 

 

 

... Mehr in der Printausgabe oder online nach Erscheinen der nächsten Nummer. Abonnenten haben sofort Online-Zugang zum gesamten Text.

 

Jetzt Jahresabo bestellen um nur 21,- Euro >>

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0