Drei Fachleute, drei Behandlungsstrategien: Hilfe bei rinnender Nase (Sinusitis)

Drei Fachleute, drei Behandlungsstrategien bei rinnender Nase (Sinusitis)

Dr. Christine Saahs

 

Anthroposophie.

 

 

Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen wird häufig ausgelöst durch eine „Erkältung“, wenn der Lebensorganismus des Menschen geschwächt ist. Der Körper reagiert mit einer erhöhten Stoffwechselaktivität durch vermehrte Bildung von Sekret, welches die Luft in den Hohlräumen verdrängt. Ist die Wärmeorganisation zu schwach kann das Wässrige vom Körper nicht mehr ausreichend durchgriffen und abgebaut werden.

 

Auch das „Verschnupftsein“, eine seelische Kränkung, kann ein Grund für eine Nebenhöhlenerkrankung sein. Das Seelische wird zu sehr abgezogen und kann die Aufgaben im Organismus nicht mehr ausreichend erfüllen. Kränkung und Krankheit liegen nah beieinander.

 

Hohlraumbildung gibt es bei der Pflanze noch nicht, sie tritt in der Evolution erstmals im Tierreich auf. Erst dadurch kann Seelisches in den Organismus einziehen. Dies spiegelt sich in der Entwicklung der verschiedenen Nasennebenhöhlen wider die erst mit rund 21 Jahren abgeschlossen ist - so wie auch unser Wachbewusstsein in dieser Zeit vollendet wird.

 

Wird der normalerweise belüftete Raum mit Flüssigkeit gefüllt, kommt es zu einer Herabdämpfung des Bewusstseins. Man kann nicht mehr klar denken. Auch das Gleichgewicht zwischen Ein- und Ausatmung ist gestört. Therapeutisch ist es wesentlich, die strukturierenden Kräfte zu stärken. Wir benötigen viel Wärme um die Wirkung der Eigenkraft zu fördern. Durch das richtige Zusammenspiel der Wesensglieder im Körper kann eine Heilung eintreten. Die Nasennebenhöhlen werden in der Ausatmung belüftet. So kommt es, dass Menschen die viel Singen und die Luft in Schwingung bringen, selten an Sinusitis erkranken – das kann natürlich auch die Heilung beschleunigen. Vor dem Bildschirm erstarrt der Blick und die Ausatmung wird flacher, der Mensch „kühlt aus“.

 

 

 

Anthroposophische Therapie:

 

• Mercurialis Salbe 10% Weleda 3x tgl. auf

 

Stirn- und Mittelgesicht

 

• Myristica sebifera comp. oder Silicea

 

comp. Globuli Wala, 5x tgl. 5-7 Glob.

 

• Senfmehlfußbad (1 Tasse schwarzes

 

Senfmehl auf 10l Wasser), 1x tgl. —

 

 

 

 

Dr. Petra Zizenbacher

 

Traditionelle europäische Medizin.

 

 

Herbst und Winter sind Zeiten, in denen Schnupfen, Heiserkeit und Husten verstärkt auftreten. Es empfiehlt sich sofort, wenn die Nase zu tropfen beginnt oder der Hals kratzt, die Signale des Körpers ernst zu nehmen und entsprechende Maßnahmen zu treffen. Lässt man sich zu lange Zeit, legen auch die körperlichen Symptome oft eine Gangart zu. Eine chronifizierte Entzündung der Nasennebenhöhlen, ist oft ein Hinweis darauf, dass das Verdauungssystem überlastet ist.

 

Warum macht der Körper gerade in der Übergangszeit schlapp? In Innenräumen ist die Temperatur drastisch wärmer als im Freien. Durch den Temperaturwechsel von innen und Außen ist der gesamte Körper in einer permanenten Stresssituation. Wenn man sich in Innenräumen aufhält, ist die Luft oft trocken, die Temperaturen sind warm, die Blutgefäße in den Schleimhäuten sind weit gestellt, es kursieren verschiedenste, die Schleimhäute reizende, Partikel in der Luft: Staub, Tabakrauch, Dämpfe. Oft spielen auch Emotionen eine Rolle, dass man zum Beispiel im wahrsten Sinn des Wortes „die Nase voll hat“.

 

Bei den leisesten Anzeichen von Kribbeln in Hals oder Nase: Ölziehen, Gurgeln mit Salbeitee, schluckweises Trinken von Eibischwurzeltee, der nicht gekocht, sondern nur gebrüht und mit Honig gesüßt wird.

 

Je früher man beginnt, einen Schnupfen zu behandeln, desto besser! Ideal beginnt man bei den leisesten Anzeichen zu inhalieren. Man kann zum Beispiel mit Salzwasser inhalieren, dazu gibt man in einen Topf mit einem Liter Wasser zwei Esslöffel Meersalz. Das Wasser sollte wegen der Schleimhäute bei der Inhalation ungefähr 70° C warm sein.

 

Kren hat eine entschleimende Wirkung und ist daher bei allen verschleimenden Erkrankungen zu empfehlen. Hilfreich ist schon, an frisch geriebenem Kren mehrmals täglich zu riechen. —

 

 

 

 

Dr. Gloria Kozel

 

Homöopathie.

 

 

Eine akute Nebenhöhlenentzündung (Kieferhöhle, Stirnhöhle, Siebbeinzellen) entsteht aus einem Schnupfen. Die Nasenschleimhäute sind angeschwollen, das Nasensekret kann nicht abfließen. Ausgelöst wird die Erkrankung meist durch Viren, nur in etwa 30 Prozent durch Bakterien.

 

Homöopathische ÄrztInnen fragen genau nach dem Zeitpunkt und den Umständen des Auftretens der Erkrankung, nach der Beschaffenheit des Nasensekretes, nach sonstigen Beschwerden und Schmerzen und wählen dann die individuelle Arznei, meistens in der Potenz D30 1x/Tag, später jeden 2. Tag.

 

Bei einer chronischen Sinusitis werden auch frühere Erkrankungen, die Tendenz zu anderen Krankheiten und Allgemeinsymptome wie Appetit, Schlaf, Wärme/Kälteempfinden zur Mittelwahl herangezogen; die Wahl der Potenz richtet sich nach dem Energiezustand des Patienten. Als chronische Sinusitis wird eine Nebenhöhlenentzündung bezeichnet, die bereits zwei bis drei Monate andauert. Recht häufig geht diese Art der Erkrankung mit Kopfschmerzen, einem dauerhaften Druck in den Nebenhöhlen, manchmal mit einem Geruchsverlust einher.

 

Ist die Nase verstopft, das Nasensekret gelb bis gelbgrün, dick, rahmig und mild und kann es im Freien besser abfließen, denken wir an die Arznei Pulsatilla, Kuhschelle. Im Gespräch erfahren wir von kalten, nassen Füßen als mögliche Auslöser. Besteht die Sinusitis bereits einige Tage, wird eine weinerliche Stimmung deutlich.

 

Kalium bichromicum ist angezeigt bei einem knallgelben Nasensekret, das als zäh und fadenziehend beschrieben wird. Das klebrige Sekret rinnt hauptsächlich in den Rachen ab und zwingt den Patienten, ständig zu schlucken. Die Nase ist verstopft, die Nasenschleimhaut in der Früh mit gelben Krusten bedeckt, die sich schwer ablösen lassen – wenn sie doch abgelöst werden können, bleibt eine kleine blutende, wunde Stelle zurück. Geruchsverlust.

 

Silicea, Kieselerde ist angezeigt bei akuter oder chronischer Sinusitis mit andauernd verstopfter Nase. Kinder wie Erwachsene versuchen zu schnäuzen – es kommt aber nichts. Ständiges Räuspern ist die Folge, auch hier: Geruchsverlust, der Geruch des stinkenden Nasensekretes wird aber wahrgenommen! Heftige morgendliche Niesattacken, denn wer Silicea für seine Beschwerden benötigt, ist enorm kälteempfindlich. Schmerzen an der Nasenwurzel.

 

Bei akuter oder wiederkehrender Sinusitis mit stinkendem, wundmachenden gelbgrünen Nasensekret, Nasenbluten beim Schnäuzen und einem metallischen oder süßlichen Geschmack im Mund wird die heilende Arznei Mercurius solubilis, Quecksilber sein. Auffällig sind ein übel riechender Mundgeruch, rissige Mundwinkel, nächtlicher zäher Speichelfluss und viel Schweiß in der Nacht. Akute, besonders aber chronische Nebenhöhlenentzündungen eignen sich bestens, mittels der homöopathischen Heilmethode behandelt und geheilt zu werden. —

 

 

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