„Rhythmus spart Kraft“

Fotocredit: Fotolia.de
Fotocredit: Fotolia.de

Rhythmen sind lebensnotwendig. Nach wie vor geben sie in der Landwirtschaft einen Takt vor, denkt man etwa an die Jahreszeiten. Doch auch für unsere Gesundheit spielen sie eine zentrale Rolle: Gerät unser Körper aus dem Takt, werden wir krank, sagt der Chronomediziner Maximilian Moser von der Medizinischen Universität Graz.

Kluge Menschen pflegen biologische Rhythmen und gehen damit anderen auf die Nerven. Dafür bleiben sie meist gesund und die meisten von ihnen sind auch schon über 90 Jahre alt. Würden sie nicht nach Rhythmen leben, würden sie wahrscheinlich nicht mehr leben. Oder kennen sie einen 100jährigen, der sich regelmäßig die Nacht um die Ohren schlägt“, fragt Maximilian Moser und schneidet beim jüngsten Kongress der Akademie für Ganzheitsmedizin ein Thema an, das immer mehr in den Fokus der Medizin rückt – der Rhythmus.

Der menschliche Rhythmus gerät in der modernen Arbeitswelt immer öfter aus dem Takt, analysiert er. „Dauernde Störung der biologischen Rhythmen kann zu Erkrankungen führen - von Burnout bis Krebs“, betont der Chronomediziner und Professor für Physiologie an der Medizinischen Universität Graz. Studien zeigen, dass Berufsgruppen wie Schichtarbeiter oder Flugpersonal, deren Schlaf-Wach-Zyklus gestört ist, ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko aufweisen. Tatsächlich bestätigten Untersuchungen, dass Brust- und Hautkrebs bei Flugbegleiterinnen und Piloten auffällig häufig auftreten. Dieses Phänomen wurde ursprünglich auf die ionisierende Höhenstrahlung zurückgeführt, eine Studie hat jedoch gezeigt, dass der gestörte Schlaf-Wach-Zyklus bei dieser Berufsgruppe wesentlich beteiligt ist.

Menschen mit Krebserkrankungen zeigen gestörte biologische Rhythmen und umgekehrt haben zahlreiche Studien ergeben, dass Störungen der Rhythmen, wenn sie chronisch erfolgen, zu Krebserkrankungen führen können. So steigt etwa bei rotierenden Nachtschichten, die sich besonders störend auf die inneren Rhythmen auswirken, die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken, nach 20 Berufsjahren, um 50 Prozent. Bereits 2007 hat die „International Agency for Research on Cancer“ der WHO die rotierende Nacht- und Schichtarbeit als „wahrscheinlich kanzerogen“ eingestuft.

 

... Mehr in der Printausgabe oder online nach Erscheinen der nächsten Nummer. Abonnenten haben sofort Online-Zugang zum gesamten Text. 

 

Jetzt Jahresabo bestellen um nur 21,- Euro >>>

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0