Pflanzliche Proteine schützen

Fotocredit: Photoxpress.com
Fotocredit: Photoxpress.com

Die Abkehr von tierischen Lebensmitteln und die Umstellung der Essgewohnheiten auf rein pflanzliche Produkte verbessere die Gesundheit nahhaltig, ist T. Colin Campbell, US-Ernährungswissenschafter und Autor der viel diskutierten „China Study” überzeugt. Warum, erklärte er im Interview.

 

lebensweise: In Ihrem Bestseller „The China Study“ haben Sie eine Beziehung zwischen tierischen Nahrungsmitteln und dem Auftreten von Krebs, Diabetes, Herz-Kreislaufleiden, Fettleibigkeit, Autoimmunerkrankungen, Osteoporose und degenerativen Gehirnerkrankungen hergestellt. Steht eine rein pflanzliche Ernährung nicht im Widerspruch zur menschlichen Natur?

T. Colin Campbell: Nein. Ich habe sehr viel Zeit in die experimentelle Erforschung der biochemischen Grundlagen des Zellstoffwechsels gesteckt, hier besonders in Bezug auf die Nährstoffe in unserem Essen. Es gibt dabei unzählige Reaktionen, die entweder zu Krankheiten oder zu einer Stärkung der Gesundheit führen. Und es ist völlig klar für mich, dass die positiven Reaktionen über pflanzenbasierte Komponenten katalysiert werden. Und neue Erkenntnisse zeigen nun, dass praktisch alle Menschen ihre Gesundheit verbessern, wenn sie ihren Speiseplan auf eine pflanzliche Basis stellen. Wie könnten sie auf diese Weise reagieren, wenn ihre Körper auf tierische Nahrung ausgerichtet wäre?

 

lebensweise: Für „The China Study“ wurden Daten aus Asien verwendet. Nun gibt es zwar winzige aber dennoch existierende genetische Unterschiede zwischen Asiaten und Europäern, die sich auf den Stoffwechsel, also auf die Verdauung auswirken. Auch sind Lebensstil und Nahrungsangebot anders. Kann man die Ergebnisse aus Asien tatsächlich auf Europa umlegen?

Campbell: Natürlich. Was auch immer die genetischen Unterschiede zwischen und auch unter den ethnischen Gruppen sind, welche Lebensmittelangebote und Lebensstile vorherrschen: Der Stoffwechsel der Menschen erfährt stets eine Veränderung in Richtung mehr Gesundheit, sobald mehr pflanzliche Kost auf dem Speiseplan steht. Manche Menschen erleben dabei enorme Veränderungen, vor allem, wenn sie generell mit einem hohen Gesundheitsrisiko leben oder in einem fortgeschrittenen Stadium einer Krankheit sind, andere reagieren etwas bescheiden, zum Beispiel, wenn sie bereits gesund sind. Und es gibt natürlich auch einige wenige, die behaupten, dass sie gar nicht gut auf pflanzliche Kost reagieren. In der Regel jedoch lassen diese Menschen ihrem Körper zu wenig Zeit, sich von ihrer falschen Ernährung mit zu viel Fett- und raffinierten Kohlenhydratanteil zu erholen.

 

lebensweise: Für die Produktion von pflanzlicher Nahrung werden in zunehmendem Maße chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel eingesetzt, deren Giftstoffe sich in den Lebensmitteln teilweise anreichern. Stellt daher eine pflanzliche Ernährung nicht selbst ein Problem dar?

 

... Mehr in der Printausgabe oder online nach Erscheinen der nächsten Nummer. Abonnenten haben sofort Online-Zugang zum gesamten Text.

 

Jetzt Jahresabo bestellen um nur 21,- Euro >>>

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0