Zähneputzen für die Seele

Fotocredit: Photoxpress.com
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Meditation hilft die Achtsamkeit zu erhöhen und Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dies zeigen neue wissenschaftliche Untersuchungen.

 

Von Andreas Feiertag und Martin Rümmele

 

 

ur wir selbst können uns heilen. Die Medizin kann dafür die Voraussetzungen schaffen, aber der eigentliche Heilungsprozess wird von uns selbst eingeleitet – durch unsere Selbstheilungskräfte“, sagt der Bestsellerautor und Wissenschaftsjournalist Kurt Langbein, dessen jüngstes Buch „Weißbuch Heilung“ sich mit der Frage beschäftigt, was uns krank macht und helfen kann.

Insbesondere den Selbstheilungskräften räumt Langbein großen Raum ein: „Selbstheilungskräfte sind der innere Motor, der uns länger leben lässt.“ Wie aber aktiviert man seine Selbstheilungskräfte? Neben komplementären Heilmitteln wie zum Beispiel pflanzliche Arzneien aus der asiatischen Medizin spielen vor allem verschiedene Mentaltechniken dabei eine große Rolle, betont Langbein. „Wissenschaftlich gut untersucht ist hier die Meditation. Aus der Neurobiologie wissen wir, dass Meditation das Gehirn verändert, zum Teil verjüngt und dass durch die Meditation die körpereigenen Regulierungsmechanismen gestärkt werden. Meditation ist so etwas wie Zähneputzen für die Seele.“ Daneben wirken auch Tai Chi, Qigong und Yoga, die alle wissenschaftlich gut untersucht sind. „Hier weiß man, dass spezielle Yoga-Übungen das Immunsystem und die Widerstandskräfte stärken. All diese Techniken aktivieren die Selbstheilungskräfte.“

Das bestätigt auch Lothar Krenner, Arzt für Allgemeinmedizin und Präsident der Österreichischen Ärzte-Gesellschaft für Ayurvedische Medizin. „Meditation ist bei meiner ärztlichen Tätigkeit ein zentrales Thema“, sagt er im Gespräch mit der lebensweise. Das medizinische Weltbild des Ayurveda und Yoga basiere primär auf der Fähigkeit des Organismus, sich selbst zu heilen und gesund zu erhalten. Krenner: „Der erste Schritt einer ganzheitlichen Therapie besteht daher nicht darin, Ärzte, Therapeuten und Apotheker aufzusuchen, sondern die Aufmerksamkeit zu sich selbst zu lenken und den innersten Bewusstseinsbereich zu erfahren. Auf dieser Ebene des Transzendentalen Bewusstseins, wie es im Yoga definiert wird, ist das gesamte Knowhow gespeichert, um den Organismus gesund zu erhalten.“

Sei die Verbindung zu dieser transzendenten Ebene des eigenen Selbst gestört, ist dies die Hauptursache für die Entstehung von Krankheiten – und dann benötige man eben die Hilfe von Gesundheitsexperten und Medizinern. Das Ziel jeder medizinischen Therapie sollte es jedoch sein...

 

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