Wunder der Sinne

Nährstoffe sind wichtig, um gut riechen und schmecken zu können.

Die Geschichte heißt „Die Sieben Weltwunder“ und klingt etwa so: Eine Schulklasse wurde gebeten, zu notieren, welche für sie die Sieben Weltwunder wären. Dabei kam folgende Rangliste zustande: die Pyramiden von Gizeh, der Taj Mahal, der Grand Canyon, der Panamakanal, das Empire State Building, der Dom zu St. Peter und die Große Mauer in China.

 

Die Lehrerin merkte beim Einsammeln der Resultate, dass eine Schülerin noch am arbeiten war. So fragte sie die junge Dame, ob sie Probleme mit ihrer Liste habe. Das Mädchen antwortete: „Ja, ich konnte meine Entscheidung nicht ganz treffen. Es gibt so viele Wunder“. Darauf sagte die Lehrerin: „Nun, teilen Sie uns das mit, was Sie bisher haben und vielleicht können wir ja helfen.“ Die junge Frau zögerte erst, doch dann las sie ihre Liste der Weltwunder vor: „Sehen, hören, sich berühren, riechen, schmecken, fühlen ... und lieben“.

 

Mit der physiologischen Brille betrachtet, stellen sich unsere Sinneswahrnehmungen weniger berührend dar, aber durchaus spannend. Jeder Sehvorgang, jeder Augenblick also, löst eine höchst komplexe Kaskade an elektromagnetisch-biochemischen Wechselwirkungen aus. Die biochemische Reaktionskette auf elektromagnetische Impulse aber kann nur dann lückenlos und fehlerfrei ablaufen, wenn unser Körper mit all jenen biologischen Bausteinen (zum Beispiel Aminosäuren) und Werkzeugen (zum Beispiel Carotinoiden, Zink) ausgestattet ist, die er für diese Reiz-adäquaten Reaktionen benötigt.

 

Gehör- und Tastsinn wiederum benötigen ein reaktionsschnelles Nervensystem und ein vielschichtiges Reservoir an Nervenbotenstoffen, um die akustischen und mechanischen Stimuli für unseren Organismus zu „übersetzen“. Diese neurologischen Systeme sind unter anderem abhängig von ausreichenden Körperbeständen an hochungesättigten Fettsäuren, B-Vitaminen oder Magnesium. Auch Geruchs- und Geschmackssinn haben ihre Mikronährstoff-Korrelate. Eine Zink-Unterversorgung alleine kann bereits dazu führen, dass wir einzelne Geruchs- und Geschmacks-Nuancen nicht mehr wahrnehmen.

 

Die Fähigkeit, Impulse und Signale aus unserer Umgebung wahrzunehmen und in „Botschaften“ für unseren Körper zu übersetzen, ist also in der Tat ein biologisches Wunder. Ein Wunder, das uns Menschen erlaubt, unsere Welt sinnlich zu erfahren. Ein Wunder, das uns aber auch warnt vor Gefahren oder gar lebensbedrohlichen Situationen. Ein Wunder auch, das uns alle zu sozialen Wesen macht. Ein Wunder aber auch, das uns nicht nur geschenkt wurde, sondern das wir selbst in entscheidendem Maße pflegen, sensibilisieren und – im wahrsten Sinne – auch gezielt ernähren können.

 

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