Der Sinn aller Sinne: der Körpersinn

Foto: Fotolia.de
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Der Körpersinn umfasst die fünf Sinne, greift aber gleichzeitig viel weiter aus. Er lehrt uns, den Köper als den Ort der Kunst zu erkennen, in dem alle Sinne zu einem Sinn verbunden werden.

 

Christian W. Bernhard

 

Was ist da draußen? Was sehen wir? Was fühlen wir? Was riechen wir? Warum saugen wir die Welt da draußen auf? Ist es wirklich so, dass wir gleich einer Speicherplatte alles aufzeichnen und verarbeiten und wiedergeben? Übertragen wir bloß Bilder, Geräusche, Tastgefühle und Gerüche in unser Innerstes, verarbeiten sie dort und machen daraus Wirklichkeit? Lange hat die westliche Philosophie das so gesehen. Michael Kimmel vom Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien stellt dieser Art des Realismus gerne das Gegenmodell des Konstruktivismus gegenüber: „Wahrnehmen ist nicht einfach nur das Registrieren dessen, was draußen ist!“ Aus dem gewaltigen Bombardement der Sinne würden die meisten Eindrücke als irrelevant ausgesiebt. Dabei spielt für die Wahrnehmung etwas ganz anderes eine zentrale Rolle, etwas, das wir lange Zeit überhaupt nicht beachtet hätten in der westlichen Philosophie. Die Emotion. „Wir können nur wahrnehmen, was wir schon im Gefühl kennen“, so Kimmel.

 

Wissenschaftliche Befunde der portugiesischen Neurowissenschafters Antonio Damasio belegen, dass Emotionen zum vernünftigen Denken unabdingbar notwendig sind. Wird auch nur zum Beispiel die Geruchsfähigkeit lahmgelegt und die damit erzeugten Gefühle, die vom Geruch ausgehen, beraubt dies den Betroffenen, so Damasio, einer großen Variationsbreite an erfahrenem und gefühltem Wissen. Zwar registriert man alles, als wäre es normal, fühlt sich aber in vielen Belangen weder betroffen noch motiviert...

 

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