Wissenschaftliche Übersetzungen

Foto: Padma AG
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Tradition bedeutet nicht verstaubt. Altes Wissen der tibetischen Medizin bewähre sich auch bei mordernen wissenschaftlichen Analysen, sagt HERBERT SCHWABL, Eigentümer und Forschungsleiter der Schweizer PADMA AG, die sich auf tibetische Arzneimittel spezialisiert hat.

Welche Bedeutung hat Tibetische Medizin in Österreich und Europa beziehungsweise welche Bedeutung könnte sie haben?

Tibetische Medizin ist eine uralte Medizin, die in den großen Medizintraditionen Asiens steht. Da könnte man denken, dass das für uns weit weg ist. Hier wird aber altes Wissen überliefert, das auch heute seine Wirksamkeit hat. Unsere menschliche Biologie stammt ja auch aus Urzeiten. Durch historische Zufälle kam gerade die Schweiz früh in Kontakt mit der TTM und da hat sich dann auch gezeigt, dass die Tibetische Medizin gut integrierbar ist. Hier werden unsere Produkte manchmal wie Hausmittel eingesetzt.


Wie kann sich das entwickeln?

Wir stehen hier sicherlich noch am Anfang bei der Akzeptanz durch die Gesundheitssysteme. Es ist aber viel möglich. Österreich spielt hier bei Arzneimitteln innerhalb der EU sogar eine Vorreiterrolle. Wir haben für das Produkt PADMA Circosan auch die Zulassung als Arzneimittel bekommen. Andere Länder stellen derzeit eher Hürden für Naturheil- mittel auf und drängen sie in den Bereich der Nahrungsergänzung. Da sind sie dann zur Vorbeugung erlaubt, aber eben nicht als Arzneimittel. Wir kämpfen darum, Naturheilmittel ins moderne Medizinsystem zu integrieren.


Die konventionellen Systeme drängen hier auf breite Studien. Wie sieht es da bei der TTM aus?

Das ist für uns ein großes Thema. Um die Tibetische Medizin in die Jetztzeit zu bringen, müssen wir auch wissenschaftliche Studien machen. Wir haben schon sehr früh damit begonnen. Altes Wissen bedeutet nicht, dass man es nicht mit modernen Methoden erforschen kann. Wir haben bei PADMA in der Schweiz sicherlich das modernste Forschungsprogramm für Tibetische Medizin in Europa, wenn nicht sogar weltweit.


Welche Ergebnisse bringen Ihre Forschungen?


Gerade bei chronischen Erkrankungen und Entzündungen haben wir mit PADMA Circosan gute Ergebnisse. Wir sehen ein großes antientzündliches Potenzial und nicht zuletzt auch sehr spannen- de Übereinstimmungen zwischen TTM und der so genannten Schulmedizin. Die tibetische Medizin bezeichnet Entzündungen als „versteckte Hitze“ und als Lösung braucht man eine „bewegende Kraft“. In der westlichen Medizin führt die Behandlung von Entzündungen dazu, dass sich das Blut wieder besser bewegt. Bei Atherosklerose etwa entstehen in den Blutgefäßen entzündliche Plaques. Das deckt sich mit den Aussagen der tibetischen Medizin, die das ohne Labors schon vor hunderten Jahren gezeigt haben. Wir stehen am Anfang, Übersetzungsschlüssel für beide Systeme zu finden.

 

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