Tipps bei Tierhaar-Allergie aus der Homöopahtie, Kinesiologie & TCM

Fotocredit: Photoxpress.com
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Ganzheitliche Behandlungsmethoden haben in ihren Zugängen zu Krankheiten unterschiedliche Ansätze. Für Patienten ist es oft schwer, sich zu orientieren. Die Lebensweise stellt daher verschiedene Therapiekonzepte vor – und nicht selten finden sich überraschende Berührungspunkte.

Dr. med. Gloria Kozel (Foto: privat)
Dr. med. Gloria Kozel (Foto: privat)

HOMÖOPATHIE

 

Eine Tierhaarallergie ist eine oft erblich bedingte Überempfindlichkeit gegenüber Eiweißkörpern, die von Hautschuppen, Haaren, Speichel oder dem Urin der jeweiligen Tiere stammen. Bei jeder Allergie stellt der Körper gegen einen völlig harmlosen Stoff, den er für ein gefährliches Antigen hält, einen Antikörper her. Bei der ersten Konfrontation spürt man noch überhaupt nichts – die Antikörperproduktion verläuft ohne Probleme. Doch bei jeder weiteren Begegnung beginnt ein heftiger Abwehrkrieg.

 

Meiner Erfahrung nach reagieren die meisten Kinder mit Allergiebereitschaft auf Tierhaare mit asthmatischen Anfällen – ein sehr dramatisches Zustandsbild! Für die Betroffenen wird die Situation im bildlichen Sinn eng, denn die Familie erwägt bereits das Weggeben des geliebten Haustieres. Die Kinder klammern sich an die Hoffnung, die Globuli könnten die Allergie besiegen.

 

Bei der Arzneifindung richten wir das Augenmerk wie immer auf die individuellen Beschwerden des Patienten, so auch bei der Tierhaarallergie. Kinder, die Pulsatilla (Kuhschelle) für die allergischen Symptome benötigen, sind meist sanft, nachgiebig, unentschlossen, schüchtern. Mit großer Zuneigung sorgen sie für ihr Haustier, noch intensiver, wenn ein Geschwisterchen geboren wird. Die Asthmaanfälle treten sehr oft am Nachmittag, nach dem Essen, im Liegen, gelegentlich nach Impfungen, im Anschluss nach einem Infekt auf: Atemnot mit rasselnder Atmung. Das Kind möchte getragen werden, Besserung an der frischen Luft.

 

Treten die allergisch-asthmatischen Anfälle kurz nach Mitternacht, durch geringste körperliche Anstrengung, sowie durch Husten, Sprechen oder Lachen auf, denken wir an die Arznei Arsenicum album. Das asthmatische Atmen wird von einem Engegefühl und Schmerzen in der Brust begleitet; oftmals Abwechslung von Asthma und Hautausschlägen. Kinder, die diese Arznei benötigen, sind sehr ordentliche Kinder, die großen Wert auf saubere Kleidung legen, ihre Spielsachen selbst wegräumen. Viele Ängste: vor dem Alleinsein, in der Dunkelheit, vor Gespenstern, manchmal sogar vor dem Tod.

In den meisten Fällen gelingt es mit der entsprechenden homöopathischen Arznei, die Beschwerden zu bessern/zu heilen und so den drohenden Abschied von Kind und Haustier zu verhindern.

 

Dr. Gloria Kozel, Graz

 

(Dr. med. Gloria Kozel ist Allgemeinmedizinerin und Homöopathin sowie Fachbeirätin der „Initiative Homöopathie hilft“.)


Dr. med. Gabriele Von Gimborn (Foto: privat)
Dr. med. Gabriele Von Gimborn (Foto: privat)

 KINESIOLOGIE

 

Nach fast 25 Jahren Praxis mit Schwerpunkt, Kinesiologie, Osteopathie, Hypnose und Mentaltraining halte ich die Kinesiologie unter Verwendung des Armlängenreflexes nach Van Assche (AR) für die eleganteste Methode, um Allergien ausfindig zu machen. Unter einem Armlängenreflex versteht man die einseitige Verkürzung der myofaszialen Ketten als Antwort auf einen Reiz. Die Antwort ist als Biofeedback-Mechanismus des Körpers zu verstehen. Solche Biofeedback-Antworten findet man auch in der Elektroakupunktur oder in der Pulsdiagnostik. Allergien wie eben auch die Tierhaarallergie haben oft Ursachen auf ganz anderen Ebenen. Mit Hilfe des AR kann man der Ursache der Allergie auf den Grund gehen.

 

Tierhaarallergien können mit anderen Allergien kombiniert sein, aber auch in Kombination mit anderen Beschwerdebildern auftreten, ohne dass man diese mit der Tierhaarallergie in Verbindung bringt. Es können Schwermetall-, Hefepilz-, Insektizid-, Pestizid- oder andere Belastungen verantwortlich sein. Oft stehen hinter der Allergie noch emotionale Konflikte. Die Therapie gestaltet sich dann je nach Ursache, wobei ich aber immer auch die Bioresonaz zu Hilfe nehme, um die Gegeninformation auf dem Körper einzubringen. Die Allergie kann nicht gelöscht werden, aber es kann die Reaktionsbereitschaft auf die Allergie herabgesetzt werden. Als Osteopathin aktiviere ich gleichzeitig das Immunsystem mit verschiedenen Techniken. Kinesiologisch teste ich diejenigen Mittel, die der Patient benötigt, um die Allergiebereitschaft zu reduzieren. Dies können Darmsanierungsmittel, Schüssler Salze, Homöopathika und anderes sein. Auch die psychische Komponente wird mittels des AR erfasst und auch dementsprechend mitbehandelt. Eine ganz hervorragende Methode ist die Anwendung des AR bei Allergien unter Zuhilfenahme eines digitalen Systems, bei dem 14.000 Informationen getestet werden können.

 

Dr. Gabriele Von Gimborn, Bad Vöslau

 

(Dr. med. Gabriele Von Gimborn ist Allgemeinmedizinerin, u. a. ärztl. Kinesiologin, leitet das Referat für Komplementärmedizin der NÖ-Ärztekammer und ist Präsidentin der osteopathischen Ärzte in Österreich.)


Dr. med. Evemarie Wolkenstein (Foto: privat)
Dr. med. Evemarie Wolkenstein (Foto: privat)

TCM

 

Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt es eigentlich keine Unterscheidung, ob jemand auf Birkenpollen oder Hundehaare allergisch reagiert. Allergie wird dabei nach klassischen Kriterien diagnostiziert: es können Stauungen des Qi sein, die dann zu Überreaktionen führen können. Die Frage, die ich dann stelle ist, warum jemand mit einem Symptom auf etwas reagiert das für andere quasi nicht „feindlich“ ist? Egal, ob es sich dabei um Asthma oder Hautausschläge handelt.

 

Man geht als Ärztin an diese Grundfrage heran und tastet sich in der Diagnostik weiter – Staut nur die Energie oder auch Blut? Ist Kälte, Feuchtigkeit oder Schleim erkennbar? Je nachdem sind dann die Symptome erkenn- und erklärbar. Und die können dann eben bei einer Gräserpolle genauso sein, wie bei anderen Einflussfaktoren. Je nachdem wählt man dann auch in der Behandlung die entsprechenden Akupunkturpunkte beziehungsweise arbeitet bei Kindern mit Lasern. Ich sehe eine Allergie zudem in engem Kontakt mit dem Verdauungstrakt. Neurodermitis oder Niessattacken sind in der TCM mit Metall assoziiert und die Entsprechungen sind hier Lunge und Dickdarm. Ich selbst behandle deshalb Allergien nicht nur mit Akupunktur sondern auch mit Blick auf die Ernährung und chinesischer Diätetik, um von dieser Seite ebenso zu überprüfen, ob es Verhaltensmuster bei einem Patienten gibt, die allergiebedingt sind. Je profunder man dem Thema beikommen will, desto wichtiger ist es, sich nachhaltig um den Magen-Darm-Trakt zu kümmern und da ist dann die Frage der Ernährung zentral.

 

Allergie ist per se eine Reaktion auf Fremdeisweis. Man muss sich also die Frage stellen, wie sich jemand ernährt und ob die Ernährung die Allergie zusätzlich begünstigt. Oft ist es auch so, dass Menschen langsam, also nach und nach im Zusammenleben mit Tieren Allergien entwickeln. Da muss man dann betrachten, was passiert ist und wie die Umstände waren. Gerade, wenn es um Ernährung geht, ist dann die Mitwirkung des betroffenen Menschen wichtig.

 

Dr. med. Evemarie Wolkenstein, Wien

 

(Dr. med. Evemarie Wolkenstein ist Allgemeinmediziner, Gründerin und Präsidentin des Instituts Wolkenstein sowie Ärztin für TCM, Akupunktur und Homöopathie.)

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