Urlaubsvorbereitungen

Die wirklichen Gefahren im kommenden Urlaub lauern zumeist nicht dort, wo man sie vermutet.

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Tipps gegen den Herbstspeck

Um die weihnachtlichen Spitzenwerte der sündhaften Blutwerte etwas abzufedern, muss man bereits frühzeitig gegensteuern.

Das Jammern vor den heimischen Spiegeln beginnt regelmäßig nach den Sommermonaten: Die mühsam und unter Entbehrungen abgerungene Bikinifigur ist durch die Einflüsse der allzu köstlichen südländischen Küche wieder geschwunden und auch der männliche Sixpack hat sich durch den Genuss gerstenhaltiger Sixpacks zu einem Onepack reduziert. Letztlich haben die süßen Überbleibsel aus den Schultüten der Kinder dem Sommerbody den Rest gegeben.

Doch nun kann man nicht auf eine warme Jahreszeit mit viel Sport und weniger Hunger hoffen. Es folgt die harte Zeit der Versuchung, genannt Advent. Die Tage werden kürzer, die Abendstunden länger und gerade dann schmeckt es bekanntlich am besten.

Die Angst vor unseren gestrengen ärztlichen Blicken steht den Patienten ins Gesicht geschrieben. Denn wie soll die Empfehlung, dass es an der Zeit wäre, wieder mal abzuspecken und „kürzerzutreten“ in der Realität durchgesetzt werden? Alleine die Gedanken an die kommenden Martinigänse, Schoko-Nikolause oder Weihnachtskekse lassen das LDL in ungeahnte Höhen schnellen und die abdominellen Fettzellen sprießen.

Dazu kommt, dass die Titelseiten der Magazine voll von knapp an der Magersucht vorbeistolzierenden Models sind, die genussvoll in eine adventliche Mehlspeise beißen oder zumindest so tun, als ob. Und das ganz ohne fetten Warnhinweis zu Siechtum und Ableben, wie es auf den Zigarettenpackungen zu finden ist.

Wie können wir von medizinischer Seite unseren Schäfchen unter die Arme greifen? Welche Motivation zur gesunden Lebensführung in der wohl schwierigsten Jahreszeit können wir geben? Noch dazu, wo wir doch alle selber darunter zu leiden haben? Hier sollte ein herbstliches Alternativprogramm helfen.

Man kann die gefährlichen Abende verkürzen, indem man bereits nachmittags schlafen geht. Dafür sollte man jedoch zuvor den Kühlschrank mit einem Zeitschloss sichern, um ihn nicht zu plündern, wenn man um Mitternacht wieder wach wird. Statt Weihnachtsgebäck, das von Oktober bis Dezember rund um die Uhr am Küchentisch zur Verfügung steht, kann man auch saisonales Gemüse hinstellen. Rüben und wurmstichige Äpfel sehen nicht nur hübsch aus, sie bleiben auch über. Das hilft beim Abnehmen.

Und wer gar nicht auf Süßes verzichten will, sollte die Keksdose auf einen hohen Kasten platzieren, der nur mit einem Klimmzug zu erreichen ist. Oder man füllt die Kokosbusserln zumindest mit fein geriebenen Statinen.

Viel Erfolg! Wir sehen uns bei der Blutabnahme Anfang Jänner. —

 

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Klimatisch indifferent

Im Krankenhaus herrschen sowohl im Winter als auch im Sommer dieselben klimatischen Bedingungen. Es gäbe so viel zu berichten, so vieles zu erzählen und satirisch in die Einzelteile zu zerlegen. Es warten so viele Kandidaten auf ihre gerechte Ironie. Alleine, es ist zu heiß …

In dem Moment, in dem diese Zeilen in dieses Kästchen mit dem durchwegs sympathisch vom Bild blickenden Menschen links getippt werden, klettert die Quecksilbersäule auf gute 35 (Grad, nicht mmHg!). Das ist fast schon Körpertemperatur. Wie soll ein vernünftiger Österreicher da noch konzentriert arbeiten können? Viele Menschen flüchten vor der Hitze und fahren auf Urlaub, sinnigerweise in den Süden, wo es noch heißer ist.

Die Krankenhaus-Klimaanlagen halten Temperatur und Großwetterlage im Spital jedoch übers Jahr hinweg konstant. Die Anlage brummt, die Fenster bleiben verschweißt. Da gibt es keine Jahreszeiten. Und es ist völlig egal, ob man seine Galle zu Weihnachten oder im Hochsommer entnehmen lässt, denn man fühlt sich jahreszeitlos. Dies hat einerseits den Effekt, dass betagtere Menschen gerne in die Spitäler flüchten, um sich zwei Wochen lang ihre Hammerzehe und den nicht ganz so optimal eingestellten Blutzucker im kühleren Ambiente behandeln zu lassen. Andererseits bekommen Personen, die nicht mit diesen Temperaturen rechnen, beim Betreten des Spitals einen Kälteschock. Und auch wenn sie bis dahin weitgehend gesund waren: Jetzt haben sie ihre rheumatischen Beschwerden!

Mancherorts versucht man, die fehlenden Jahreszeiten mit kleinen Gesten und Symbolen wieder hereinzuholen. Der Tannenbaum zu Weihnachten oder der Osterschmuck aus Palmkätzchen sind nur zwei Möglichkeiten. Aber warum nicht auch im Sommer etwas Sand in die Gänge leeren, im Herbst Laub, im Winter Schnee und im Frühling ein paar gute Schaufeln Birkenpollen, damit die Allergiker auch im Gebäudeinneren wissen, welchen Monat es geschlagen hat.

Die innere Uhr des Menschen zu missachten führt wie wir wissen zu Depression, Müdigkeit und Burn-out. Lauter Dinge, die ein Arzt im Alltag an den Arbeitsplatz mitnimmt, sie dort perfektioniert und danach wieder nach Hause schleppt. So mancher Assistenzarzt kommt im Frühling in den Nachtdienst und verlässt das Haus, wenn die ersten Schneeflocken fallen. Vielleicht wäre auch für uns ein Konzept, wie es Waldschulen seit geraumer Zeit haben, sinnvoll: Dort gesund zu werden, wo andere sich ihre Zeckenbisse und Pilzvergiftungen holen. Ein Open-air-OP ist schnell errichtet, ein Moskitonetz darüber sollte in den urbanen Gegenden gegen Taubenkot von oben schützen. Wir müssen unsere Patienten und auch uns selbst wieder Wind und Wetter, den ganzen Launen der Natur aussetzen, um im Einklang mit der Welt zu gesunden. Außer bei so einer Hitze – da lassen wir die gute, alte Klimaanlage brummen. —

 

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Ich bin dann mal wieder da!

Nun melde ich mich wieder zum Dienst: entspannter, weiser und mit größeren Füßen. In den vergangenen Wochen war ich kurz mal weg. Pilgernd auf dem Jakobsweg, nicht mit dem Auto, nicht mit dem Golf-Caddy, sondern ganz ehrlich zu Fuß. Viele Hundert Kilometer in Richtung Santiago de Compostela bei bescheidenem Wetter und gefühlten Minusgraden.

Meine Prognose, die ich vor der Reise zu den fußballgroßen Blasen auf den Fußballen abgegeben habe, hat sich gottlob nicht bewahrheitet. Weder die Kondition hat mich im Stich gelassen (wahrscheinlich durch das jahrelange Training in den kilometerlangen Krankenhausgängen), noch wurde ich beim stundenlangen Gehen von unsäglicher Langeweile überwältigt (wahrscheinlich durch das jahrelange Lauschen langweiliger Kongressvorträge). Und trotz zeitweise geschwollener Füße, Entzündungen und Schmerzen, für die man im Normalfall mit hochgelagertem Bein, Voltaren-Vollbad und strenger Bettruhe zu Hause bleibt, latscht man auch die nächste 30-Kilometer-Tagesetappe. Das Erstaunliche und ein wenig Absurde daran war: Trotz des interessanten Gefühls, bei jedem Schritt eine Gabel in den Vorfuß gerammt zu bekommen, hat man Freude dabei. Und: Der Fuß wird von Tag zu Tag besser. Das wirft so manche medizinische Theorie über den Haufen. Man trifft auf viele andere Pilger, die mit unterschiedlichen körperlichen Beschwerden mal kontemplativ, mal fluchend, aber irgendwie doch entspannt unterwegs sind. Man schläft in Herbergen, gegen die ein 6-Bett-Krankenzimmer wie das Crowne Plaza anmuten. Und man hat Freude dabei! Wenn man nicht gerade – wie einige getriebene Pilger – einen Streckenrekord aufstellen möchte („Speed-Jakobsing“), geht man sein eigenes beschaulicheres Tempo, sodass die Seele, die in der hektischen Arbeitswelt kaum mehr nachkommt, Schritt halten kann. Manchmal ist man durch den Schlamm watend sogar so langsam unterwegs, dass die Seele bereits in der Pilgerherberge angekommen ist und kopfschüttelnd darauf wartet, bis auch der erschöpfte Körper das Etappenziel erreicht.

Das alles klingt nach einer Art aktivierten Masochismus, wohl durch die Dehydrierung, da man sich weigert, sein Gepäck-Gewicht noch mit einer vollen 2-Liter-Wasserflasche zu steigern. In jedem Fall ist es eine preiswerte Möglichkeit, sich, seinen Körper und andere Masochisten kennenzulernen. Mein Resümee? Probiert es aus, es lohnt sich! Und wer nach einer solchen Reisebeschreibung immer noch Lust auf diesen Weg hat, der hat ihn wahrscheinlich auch dringend notwendig. —

 

Von Dr. Ronny

Tekal-Teutscher.

Der Arzt, Homöopath und Kabarettist nimmt die Ganzheitsmedizin einmal nicht so ernst. Mehr: www.peter-teutscher.at

 

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Cholesterinreiche Ostereier

Der Disput um das Ei und das darin enthaltene Cholesterin ist mindestens so alt wie die Osterbräuche. Jetzt ist es bald geschafft. Die 40-tägige Fastenzeit ist vorbei. Und ich bin überzeugt, dass in unserem traditionell katholischen Land die Mehrheit der Bevölkerung in den Wochen vor Ostern ein höchst entbehrungsreiches Leben führt, bevor mit Ertönen der Osterglocken der Osterschinken, das Osterei, die Osterchipspackung und das neue Ei-Phone am Gabentisch liegen.

In diesem Sinne möchte ich mich in dieser Kolumne dem in der Medizin heftig umstrittenen Thema „Ei – pro und kontra“ widmen. Schließlich war nach der jahrzehntelangen Drohung der führenden Internisten und Ernährungszampanos das Ei die Wurzel allen Übels und das Cholesterin der Untergang schlechthin. Gemeinsam mit Zucker, Bier und Zigaretten als „Achse des Bösen“ in vielen Patientenbroschüren beschrieben, stand das Cholesterin auf der Watchlist ganz oben. Heute gibt es immer mehr Ketzer, die den Cholesterinspiegel als gesundheitlichen Satan nicht ernst nehmen, ja ihn gar verhöhnen. Drohungen seitens der medizinischen Hohepriester, solchen Fre- vel mit Liebesentzug und Entzug der Lehrbefugnis an medizinischen Universitäten zu ahnden, fruchten kaum und die Zahl der Ungläubigen wird immer größer.

Das Ei galt nun mal – die älteren Semester erinnern sich – stets als Hauptschuldiger für ein zu hohes Cholesterin in der Blutbahn. Bis man zähneknirschend feststellen musste, dass diese einfache Schlussfolgerung nicht bei allen Patienten zutraf. Untersuchungen zu übermäßigen Eierkonsum konnten die tödlichen Effekte auf Leib und Seele nicht bestätigen.

Und wie so oft in der Medizin schlägt das Pendel nun in die andere Richtung. Das Ei erlebt einen Höhenflug, die Spurenelementsucher sind in Goldrauschstimmung. Schließlich fand man unendlich viele positive Wirkstoffe. Das Hühnerprodukt ist plötzlich ein wertvolles Nahrungsmittel und müsste, aufgrund seiner heilenden Vielfalt, sogar als Medikament eingestuft werden. Das Functional-Egg, wie es nun heißt, ist nicht nur Lieferant der wichtigsten Vitamine, sondern ein Anti-Aging-Food. Und manche behaupten sogar, es wäre cholesterinsenkend.

Tatsächlich kann ein Ei Freude bereiten (Schoko-Ei), im Inneren wertvolle Mineralien besitzen (Überraschungs-Ei) oder kostbar sein (so es von Fabergé stammt). Und nicht nur die Gynäkologen machen einen Ei-Sprung ob der vielen gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Lassen wir uns also die bunt bemalten Eier zu Ostern schmecken und stellen das schlechte Gewissen hinten an, bis uns in den wärmeren Monaten diverse Vogelgrippen und Salmonellen-Pandemien die Freude daran vergällen. —

 

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Der große, schonungslose Homöopathen-Check

Jede Patientin und jeder Patient in Österreich bekommt den Homöopathen, den sie oder er verdient. Nur wer mehr verdient, kann sich den Homöopathen aussuchen. Und aus einer Reihe verschiedener Typen wählen, die im Folgenden gelistet sind…

 

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Medizin ist einfach geil

Während der mühsam über die Jahrzehnte hochgezüchtete Renten-Fanklub in den Ordinationen seinen persönlichen Hausarzt bejubelt, ist eine solche Begeisterung bei der jungen Patientengeneration nicht so einfach zu entfachen.

 

Nach dem Prinzip einer Dienstleistung werden in der Praxis Krankenstandsmeldungen, Reiseimpfungen und Tabletten konsumiert. Der Nimbus des Onkel Doktors, der Zauber des Gesprächs, die Verzückung beim hostienähnlichen Empfang eines Medikaments – damit kann die Jugend wenig anfangen. Die Jungen, von manchen Seiten auch als „Generation Wurscht“ verschrien, hören sich zwar geduldig unsere Ermahnungen an, denken jedoch nicht im Entferntesten daran, Konsequenzen aus dem Gesagten zu ziehen.

Dies ist einerseits sympathisch, denn eine nicht auf Autoritäten hörende Generation hat durchaus etwas für sich. Es stellt sich jedoch die Frage, wie man unsere wertvollen medizinischen Hinweise dennoch in die Köpfe der Kids bringt und die Compliance steigert. Dazu müssen wir mit der Zeit gehen und deren Lieblingsspielzeuge zu Hilfe ziehen: Broschüren haben ausgedient, ohne App läuft nichts mehr. Und einem geilen Ratschlag auf einem Smartphone schenkt man mehr Beachtung als einem langweiligen Mediziner.

Ein guter Arzt geht mit der Zeit, hat einen Facebook-Account, seine Patienten sind Friends und Fans. Statusberichte wie „Ich pople gerade mit einem Messer an einem eingewachsenen Zehennagel herum“ können von den Usern mit dem Like-Button kommentiert werden. Wichtige Informationen, die im direkten Gespräch nicht gut rüberkommen, kann man auch twittern und erntet damit gleich eine Reihe von Sympathiepunkten. Online-Rollenspiele bergen die Chance, die Kids direkt in ihrer „World of Warcraft“ auszusuchen und als ärztlicher Avatar, etwa in Form eines Druiden, über die Schädlichkeit von vorehelichem Nikotinabusus aufzuklären. Statt ins Diät-Lager schickt man die Jugend in ein Nuke-Frequency-Open-Air-Camp, in dem sie sich ausschließlich von Red-Bull-Light ernähren dürfen.

 

Aber Vorsicht: Erwachsene, die sich allzu sehr als Berufsjugendliche gebärden, waren bereits unserer Generation verdächtig. Und ein Trojanisches Pferd, das sich wie ein hipper DJ gibt, in seinem Inneren jedoch nur gesundheitliche Besserwisserei zu bieten hat, fliegt recht rasch auf. Nicht umsonst heißt es: Traue keinem Onkel Doktor über 30.

 

 

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Essigpatschen und Schneckenschleim

Vergessene Hausmittel feiern eine Renaissance bei unseren Patienten. Selbst in modernen Leitlinien werden bereits Phytopharmaka empfohlen. Ein vergangener Trend mit Zukunft. Medikamente haben Nebenwirkungen, sind in Plastik und Metall verpackt, enthalten kaum Nährstoffe und stehen im Verruf, zum Ruin des Gesundheitswesens beizutragen. Was liegt also näher, als auf die Ratschläge unserer Omis und Uromis zurückzugreifen? Zwar waren deren Vorschläge mit Milch und Honig im Hals, Topfen um den Hals und Essig an den Füßen nicht mit randomisierten multizentrischen Doppelblindstudien belegt, aber gewirkt haben sie allemal.

 

Dennoch ist das, was wir heute unter Volksmedizin verstehen, nur noch ein Relikt. Mit der Einführung der allgemeinen Krankenversicherung in den 1960er-Jahren ist das gute, alte Hauswissen schlagartig verschwunden. Plötzlich war der Arzt nicht mehr teurer als Omi und hatte den Vorteil, dass er zusätzlich zu den Verordnungen nicht den Kindern und Enkelkindern ein schlechtes Gewissen gemacht hat, weil alle so garstig waren.

Vor dieser Zeit war man nicht allzu zimperlich und hatte für jedes Zipperlein ein passendes Hausmittelchen parat: Da schluckte man mitunter auch lebendige Nacktschnecken bei Magenbeschwerden. Ob dies wirklich half, ist nicht bewiesen. In jedem Fall aber eine Methode, um seinen Garten weitgehend in Form zu halten (ein Gastritis-Patient im Gemüsebeet des Doktors wirkt Wunder).

 

Tatsächlich erleben wir eine Renaissance vergessen geglaubter Hausmittel. Der Mensch ist eben nicht von der Natur zu trennen. Die Sehnsucht nach dem Waldschrat-Dasein, der Wunsch, wieder Jäger und Sammler zu sein, der Jagdtrieb - all das steckt tief in uns.

 

Vorteil dieser Entwicklung: Das Medizinsystem wird sukzessive billiger. Nachteil: Die Schnecken werden sukzessive ausgerottet. So könnte der Run auf pflanzliche Heilmittel den Arnika-Preis in die Höhe schnellen lassen. Riesige Ringelblumen-Plantagen werden die Baumwollfelder von heute verdrängen, um alle schmierwütigen Mitteleuropäer zu befriedigen. Als großen Player der nächsten Dekade gelten die Spitzwegerich Unlimited AG und die International Eibischwurzel-Company. Dafür werden die pharmazeutischen Firmen wieder entfusioniert und ihre Fläschchen mit chemisch gemixten Arzneien in kleinen Boutiquen oder mit Bauchläden verkauft. Sehen wir mal, wohin das Pendel das nächste Mal ausschlägt.

 

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Wenn die Ferienzeit dem Ende zugeht

Ist der Urlaub erst einmal vorbei, so beginnen langsam wieder die Mühlen des medizinischen Patientenverarbeitungssystems zu mahlen. Die ersten Patienten kommen wieder aus ihren Urlaubsdomizilen, die Medikamentenpackungen weitgehend leer gefuttert, sehnsüchtig nach zärtlicher Zuwendung der betreuenden Ärzte. All die urlaubsbedingten Leiden wie Seeigelstachel im Hintern, chronische Diarrhö durch Club-Essen und chronische Übelkeit durch Club-Animation haben sich verflüchtigt, nun treten erneut die altbekannten Wehwehchen zutage: Da meldet sich die Arthrose wieder zum Dienst, die Gicht verlangt nach Aufmerksamkeit und auch das im Sommer sträflich vernachlässigte schlechte Gewissen durch zügellosen Lebensstil ist wieder zur Stelle.

 

 

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Besinnliche Fastenzeit

Ostern steht vor der Tür. Selbst gestandene Internisten, die stundenlang darüber lästern können, dass es Schlacken eigentlich gar nicht gibt, entschlacken plötzlich. Die tief im kollektiven Bewusstsein verwurzelten Traditionen werden auch in den unspirituellen Krankenanstalten gelebt. Wir befinden uns mitten in der Fastenzeit und man merkt, wie die Spaßfraktion im Spital auf völlig verlorenem Posten steht.

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Gebrochene Vorsätze allerorts

Weniger die zu Neujahr getroffenen Vorsätze als vielmehr die darauf folgenden Selbstgeißelungen und Gewissensbisse sind von penetranter Dauer. Und doch zählt irgendwie der Wille fürs Werk. Die ersten zwei Wochen des Jahres sind erfüllt von ehrlichen und wahrlich ernsthaften Bemühungen, sich des einen oder anderen Lasters zu entledigen. Was bedeutet, dass man die letzten 50 Wochen des Jahres genügend Zeit hat, sich seinen Selbstvorwürfen hinzugeben. Der Arzt ist sich dabei seiner Rolle als schlechte Gewissensinstanz durchaus bewusst. Da können wir unseren bedeutungsschwanger-vorwurfsvollen Blick, den wir über die Weihnachtsfeiertage perfektioniert haben, endlich wieder in der Praxis anwenden.

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Aufopferung für das Patientenwohl

Wir sind die Guten! Es ist verwunderlich, dass wir Ärzte nicht knapp vor der Seligsprechung stehen. Denn alles, was wir tun, der Grund für jahrelange Ausbildung, für Aufopferung, für familienfeindliche Arbeitszeiten und Stress ist das Wohl unserer Patienten. Amen.

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Vorsorge beginnt mitten im Leben

Die Tageszeitungen pfeifen es schon von den Dächern: Die Österreicher sind Vorsorgemuffel, die gut gemeinten Angebote wären ein Flop. Ursächlich wohl nicht zuletzt: Das Reparatur-Interesse der Ärzte.

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Gynäkologen kommen von der Venus

Auch wenn ich mich selbst nur selten in die Hände dieser Fachdisziplin begebe, mag ich die Gynäkologen irgendwie. Sie sehen lächelnd über Ungerechtigkeiten hinweg, etwa die, dass bei der Betreuung einer Schwangeren plus ungeborenem Kind nur über eine E-Card abgerechnet werden kann.

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Heisenberg spendet nur wenig Trost

In der Medizin hält man sich an die gute alte Schulphysik. Neumodische Dinge, wie die seit acht Jahrzehnten bekannte Quantenmechanik, sind unerheblich. Dennoch verschließen wir Ärzte uns nicht der Moderne, schaffen wir uns doch immer exaltiertere Diagnosegeräte an, erstehen den Ultraschall in 3D- und Dolby-Surround.

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Leber umständehalber abzugeben

 

Der Mensch ist kostbar. Im wahrsten Sinn des Wortes. Doch seine Organe über eBay zu verklopfen muss moralisch nicht unbedingt bedenklich sein.

 

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Schneller gesund mit schnellerer Medizin?

Die Komplementärmediziner und Komplementärmedizinerinnen nehmen sich immer sehr viel Zeit für ihre Patientinnen und Patienten. Das muss schneller gehen! Und auch andere Dinge in der Medizin kann man billiger machen.

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Wann ist ein Mann ein Mann?

Sind Männer weniger gesundheitsbewusst als Frauen? Oder geht man die Sache einfach falsch an? ...

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Bewusstseinsbildung

Die Kennzeichnung von gängigen Produkten hinsichtlich ihrer medizinischen Wirkungen kann das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung steigern. Spektakulär sind Versuche medizinischer Fachgesellschaften, die Patienten dazu zu bewegen, bewusster zu leben...

 

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Gute Geschäfte mit der Medizin

Der Disput zwischen Ärzten und Apothekern, wer nun Medikamente vertreiben darf, verstellt die Sicht auf die wahren Gewinner der Liberalisierung: Die Drogeriemärkte basteln eifrig daran, ihre Filialen in medizinische Kompetenzzentren zu verwandeln.

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Das Immunsystem und ich

Dr. Ronny Tekal-Teutscher
Dr. Ronny Tekal-Teutscher

 

Wir hören es regelmäßig in den einschlägigen Werbungen: Über 70% unserer Immunabwehr befindet sich im Darm. Das bedeutet: Bei sieben von zehn Menschen ist das Immunsystem im Arsch.

 

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Akupunktur-Nadel im Heuhaufen

Auch wenn man nicht viel Ahnung von der Traditionell Chinesischen Medizin hat: Man kann ja zumindest so tun. Und so nehmen viele Institutionen im Gesundheitswesen zunehmend fernöstlich wirkende Dinge ins Repertoire.

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